Freudenhuser mssen raus!- die Spider Murphy Gang hat es schon 1981 in Bezug auf Mnchen besungen, doch aktuell passt es auch besser denn je zur Lage in Bonn. Der Straenstrich, der sich bisher auf der Gerhard-Domagk-Strae sowie Am Propsthof in Endenich befand, wird verlegt, an den Rand der Weststadt, auf die Immenburgstrae. Nachdem sich Anwohner, Firmen und letztlich auch die universitren Institute massiv beschwert hatten, lenkte der Stadtrat Ende letzten Jahres endlich ein und verffentlichte die entsprechenden Umstrukturierungen im Stadtbild.

Schon seit Jahren hatten sich auch immer wieder Anwohner und anliegende Firmen zu Wort gemeldet, sich beklagt und eine schnelle Abschaffung des Problems gefordert. Offenbar hatten sich Freier mit den Prostituierten in ihren Autos oftmals auf die Privatgelnde der Anlieger zurckgezogen.

Dagegen hatte man schlielich in Eigeninitiative Ende Oktober Manahmen eingeleitet: ein Vertreter der Universitt kndigte in einem Brief an den Regierungsprsidenten an, knftig Hausrechtsverletzungen zur Anzeige zu bringen. Gesttzt werden sollten diese durch Fotos, die ein privater Sicherheitsdienst fortan in gegebenen Fllen machen sollte.

Ansssige Geschftsleute besttigten zudem, dass bereits durch einen Sicherheitsdienst von Frhjahr bis Herbst 2009 mehrfach (rund 220 Mal) Verste gegen das allgemeine Recht dokumentiert wurden seien. Vor allem im Sommer sei in den frhen Abendstunden mehrfach ffentlicher Sex beobachtet wurde, vor den Augen von Passanten und Minderjhrigen.

Lange Zeit fanden sie kein Gehr im Stadtrat, dieser vertrstete sie hingegen immer wieder mit dem Hinweis darauf, dass man keine Alternative sehen wrde. Anfang Oktober schaltete sich schlielich die Bezirksregierung ein und ermahnte den Stadtrat, die Lage mglichst rasch zu klren.

Anfang Dezember gingen im Zuge des Bildungsstreiks auch Bonner Chemie- und Pharmazie-Studenten auf die Strae und protestierten laut gegen die unzumutbaren Zustnde vor ihren Instituten. Fkalien und gebrauchte Spritzen seien das normale Straenbild geworden, Studentinnen befnden sich stndig in Angst vor Freiern, die sie nach ihrem Preis fragten oder Zuhltern, die ihnen zweifelhafte Jobangebote unterbreiten wrden.

Eine Entscheidung war also endgltig unausweichlich und wurde denn auch tatschlich am 16.12.2009 in einer Stadtratssitzung gefllt. Geeinigt hat man sich auf eine Verlegung des gesamten Straenstriches, doch in trockenen Tchern ist die Entscheidung damit noch nicht. Mehrere Parteien im Stadtrat enthielten sich bei der entsprechenden Abstimmung, da sie groe Bedenken gegen eine Verschiebung zur Immenburgstrae hegen.

Vor allem SPD und Linke sprechen sich vehement gegen diese Idee aus. Sie berufen sich dabei auf Einwnde, welche die Bonner Polizei vorgebracht hat: in direkter Nachbarschaft zur Immenburgstrae liegt das Eros Center, direkte Konkurrenz durch den Strich knnte zu Reibereien oder gar unkontrollierbaren Zustnden fhren.

Auch die CDU hat starke Vorbehalte gegen die geplante Umstrukturierung, jedoch weniger weil sie eine Eskalation im Liebeskauf-Metier befrchten, denn mehr weil eine Verlegung des Straenstriches enorme Kosten verursachen wrde, zumindest in der Form, wie es die erste Idee vorsieht.

Geplant ist konkret, ein Verrichtungsgelnde auf dem alten Gterplatz an der Immenburgstrae zu verpachten und die sogenannte Anbahnungszone in verkleinerten Form entlang der benannten Strae zu verlegen.

Allein die Instandsetzung des Gelndes wrde einen Kostenaufwand von rund 180.000 Euro erfordern, hinzu kmen noch Ausgaben fr einen Sicherheitsdienst von rund 80.000 pro Jahr sowie die obligatorischen Folgekosten fr Bewirtschaftung und soziale Betreuung, die noch einmal auf rund 170.000 Euro pro Jahr beziffert wurden. Nach Ansicht der CDU ist die Stadt nicht imstande, diese immensen Summen stemmen zu knnen.

ber das endgltige Urteil entscheidet nun der Klner Regierungsprsident, der sich jedoch bislang noch nicht wieder zu dem Thema geuert hat. Die Anlieger haben nun vor, erst einmal noch abzuwarten, wie es sich weiterhin entwickeln wird, sollte sich jedoch nicht bald etwas an der Gesamtsituation ndern, werde man neben zeitnahen Fllen- auch rckwirkend rechtwidrige Handlungen zur Anzeige bringen.

Aus Angst vor den Zuhltern will man keine ffentlichen Kommentare dazu abgeben, allgemeiner Tenor ist jedoch, dass man neue Hoffnung geschpft habe, mit Skandal im Sperrbezirk bald nichts mehr zu tun zu haben.

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