In Kln findet der Weihnachtsmarktbegeisterte eine breite Auswahl an verschiedenen Weihnachtsmrkten. Ein Besuch des Weihnachtsmarktes am Neumarkt lehrt jedoch: zu Weihnachten gibt es alle Jahre wieder das, was sich alt bewhrt hat auch in der Klner Millionenstadt.

Da dieses Weihnachten mein erstes in Kln ist und ich ein groer Freund von Weihnachtsmrkten bin, war ich auf den Markt zum Weihnachtsfest der Metropole natrlich sehr gespannt. Tatschlich durfte ich Anfang Dezember feststellen, dass es an Angeboten nicht mangelt. Wo man geht und steht entspringt ein neuer Weihnachtsmarkt dem Erdboden. Der Markt am Neumarkt gefllt mir beim Vorbeifahren immer besonders gut, da sein zauberhafter Sternenhimmel auch von weitem wunderschn leuchtet.

Meine Erwartungshaltung ist also entsprechend hoch, als ich abends mit Freunden zu einem Glhwein auf dem Weihnachtsmarkt eintreffe. Warum er Markt der Engel heit ist mir allerdings ein Rtsel. Da alle Bume dort mit unzhligen hell leuchtenden Sternen dekoriert sind drngt sich mir der Begriff Sternenmarkt auf. Und der klingt doch mindestens genauso schn festlich und andchtig.

Doch was muss ich feststellen? Auch hier gibt es, wie berall sonst auch, eine Fressbude nach der anderen. Auerdem den bliche Schnickschnack, den keiner braucht, wie Bienenwachskerzen und handgemachte Lammfellhausschuhe, die in kitschigen Huschen zu horrenden Preisen angeboten werden.

Ich frage mich also: Was luft da falsch? Wie kommt es, dass ich von einem Weihnachtsmarkt in einer sonst so spannenden und bunten Stadt wie Kln enttuscht bin? Und dann dmmert es mir: so sind Weihnachtsmrkte nun einmal: jedes Jahr aufs Neue gibt es Glhwein, Crpes und fettige Kartoffelpuffer, selbst gemachten Honig und Marmelade und anderen nutzlosen Kram, der aber irgendwie so schn ist, dass man sich doch gerne zu einem Kauf hinreien lsst. Und mal ehrlich, was gibt es besseres als ein heies Crpe und Glhwein an einem kalten Winterabend? Weihnachtsmarkt bedeutet: man wei, was einen erwartet und kann sich trotzdem oder gerade deshalb - darauf freuen. Wer wrde schon gerne im nchsten Jahr pltzlich eine Achterbahn zwischen den kleinen Holzhuschen aufragen sehen...

Mit dieser Erkenntnis, nun gar nicht mehr enttuscht, schlendere ich langsam von Bude zu Bude, esse ganz viele ungesunde Sachen - gebrannte Mandeln, Churros mit Nutella und Currywurst mit Pommes - danach trinke ich den obligatorischen Glhwein, ein Muss ob man ihn mag oder nicht, und schlielich bekomme ich sogar noch ein Glas selbst gemachte Weihnachtspunsch Marmelade geschenkt.

Zuerst riecht es nach Anisbonbons, dann nach Mandeln und Glhwein und Puffern und Crpeteig. Smtliche Sinne werden verfhrt, die Sterne glitzern in den Bumen, aus den Buden scheint warmes Licht, man wandert umher mit einem kindlichen Lcheln auf dem Gesicht...und auf einmal ist es schon neun Uhr. Die Huschen schlieen. Eine kleine Leckerei hole ich mir noch schnell auf die Hand und eine letzte heie Schokolade, dann ist der Ausflug beendet. Ich trete in die zum Glck nicht allzu kalte Nacht, mein Portemonnaie um einige Scheine leichter, und ich denke mir: das hat sich doch mal wieder gelohnt, ich komme sicher bald wieder sptestens im nchsten Jahr.


Hier erfahrt ihr, was der Weihnachtsmarkt im Stadtgarten zu bieten hat.


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