Das liegt nahe beieinander auf der Ring*Con 2009 im Bonner Maritim Hotel. Hunderte Fans von Fantasy in Film und Fernsehen treffen sich jedes Jahr seit dem Welterfolg der "Herr der Ringe" Trilogie zu einer Convention der Superlative. Orks, Gandalfs, Harry Potters und natrlich Vampire tummeln sich in den Fluren. Fr Kinder eine Abenteuerwelt, fr Teenies eine Jagd auf ihre Stars und fr Erwachsene eine Rckkehr in die Kindheit. Nebenbei kassieren die Betreiber.

Es ist ein buntes Treiben. Eine Mischung aus Mittelaltermarkt, Ikea Kinderwelt und Kreativwerkstatt. Doch erstmal geht es am Eingang vorbei. Der Eintritt ist erschwinglich: 90 Euro fr drei Tage. Dafr erwartet die Besucher ein volles Programm. Workshops in Schwertkampf und allerlei Handwerk sowie Talkrunden mit Spezialisten der Fantasy-Filmwelt. Friedhelm Schneidewind, Tolkien-, Harry Potter- und Vampir-Experte beispielsweise, oder Betty Finke, Fantasy Expertin mit einem Vortrag "Zauberlehrlinge und gefhrliche Liebschaften".

Besonders begehrt sind die Panels mit den Stars. In diesem Jahr waren Darsteller aus Twilight, Harry Potter, LOTR, Blood Ties und Born of Hope mit dabei. Die Schauspieler sind gut vorbereitet. Routiniert legen sie eine Show auf das Parkett und sind sich fr keine Frage zu schade. So wird Kyle Schmid aus "Blood Ties" gefragt: "Glaubst du, dass Wesen wie Vampire und Werwlfe wirklich existieren?" Auch Edi Cathegi und Christian Serratos aus "Twilight" werden mit ungewhnlichen Fragen konfrontiert: "Wie fhlt es sich an, von animierten Werwlfen in Stcke gerissen zu werden?" Wirklich ernst nehmen kann man das nicht. Bedauerlich, dass die Panels nicht fr den ernsthaften Austausch genutzt werden. Doch das Publikum ist begeistert und die Schauspieler spielen mit.

Rummelplatzatmosphre - und sonst?

Die Convention ist eine Spielwiese fr Fans. Darber hinaus gibt einem die Convention wenig. Die Frage ist natrlich: muss sie das? Wem es gengt, fr drei Tage in eine Fantasy-Welt einzutauchen, dem wird jeder Wunsch von den Augen abgelesen.

Gesetzt den Fall, man hat gengend Euros - oder Taler, oder Gold. Denn sowohl Verpflegung als auch Souvenirs sind nicht umsonst. Voll auskosten kann die Ring*Con nur, wer die finanziellen Mittel hat. Autogramme kosten 10 bis 20 Euro. Auslagen mit Bchern, DVDs, Armbndern und Schmuck locken zum Kauf. An Hochglanzbildern und Plakaten kommt der begeisterte Fan auch nicht vorbei. Ein Originalgemlde von Gollum kostet beispielsweise sage und schreibe 100 Euro, Schwerter 99 bis 135 Euro. Standfest, wer der Vielfalt widerstehen kann.

Zum Ausgleich gibt es immerhin Unmengen zu sehen: die Kostme sind ein wahrer Augenschmaus. Passionierte Karnevalisten knnen im Vergleich dazu einpacken. Edward mit den Scherenhnden, Legolas, und Alastar "Mad-Eye" Moody - sie alle sind ihren Vorbildern eine echte Konkurrenz.

Die Ring*Con 2009, ein Jahrmarkt der Eitelkeiten und Wunderlichkeiten also - von internationalem Ruf. Besucher aus Frankreich, Bulgarien, Polen, Mnchen und der Schweiz fanden den Weg nach Bonn. So ist die Ring*Con ein zwar teures und verrcktes Unternehmen, aber der Erfolg spricht fr sich. Im Jahr 2010 kehrt die Magie wieder nach Bonn zurck - dann geht es in die nchste Runde.

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