Der Shuttlebus geht es vom Brhler Hauptbahnhof zum Phatasialand. Dort angekommen stellen mein Begleiter und ich etwas wehmtig fest, dass in der Themenwelt Alt Berlin der Nachbau des Brandenburger Tors mittlerweile verschwunden ist. An der Stelle, wo das Wahrzeichen Berlins einst stand, befindet sich nun ein freier Platz, umringt von Tribnen, wo im Laufe des Tages diverse Knstler und Akrobaten ihre Show prsentieren werden.

Seit meinem letzten Besuch im Phantasialand vor etwa acht Jahren hat sich hier einiges getan. Einige alte Attraktionen mussten neuen weichen oder wurden modernisiert. Zum Glck hat sich in der an Alt Berlin angrenzenden Westernstadt nicht viel gendert: Die Wildwasserbahn, die sich in zwei separate Parcours aufteilt, steht zum Glck noch. Der Plastikcowboy, der auf seiner Bank auf Leute wartet, die sich an seiner Seite fotografieren lassen mchten, sitzt frisch lackiert an Ort und Stelle. Und auch die Silbermine, eine der ltesten Attraktionen des Phantasialands, existiert noch.

Und so fhrt uns unsere erste Fahrt in die Stollen eines mexikanischen Bergwerkes. Im Schritttempo fahren wir an feuchtfrhlich feiernden Kunststoff-Mexikanern vorbei, werden Zeuge einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Mexikanern und US-Soldaten und bemitleiden die Arbeiter, die sich im Bergwerk seit vielen Jahrzehnten buckelig schuften. Die Silbermine gehrt seit jeher zu meinen persnlichen Highlights und wei auch heute noch zu gefallen und Kindheitserinnerungen zu wecken.

Wo einst die Grand Canyon Bahnen die Besucher auf eine rasante Berg- und Talfahrt einluden, befindet sich heute das River Quest: Zu neunt geht es in einem kreisrunden Gefhrt per Aufzug eine Etage hher, um anschlieend einen Wasserparcour runter zu fahren. Dabei wird man ordentlich nass, allerdings ist die Fahrt recht kurz und wartet gerade mal mit zwei nicht besonders hohen Abhngen auf.

Als nchstes verschlgt es uns in die Geister-Rikscha, eine chinesische Geisterbahn, die wie die Silbermine eine der lteren Attraktionen des Vergngungsparks darstellt. Macht wie immer Laune, aber jetzt brauchen wir Adrenalin. Also nichts wie ab zum Colorado Adventure, das 1996 von niemand geringerem als dem verstorbenen King of Pop Michael Jackson erffnet wurde. Damals drohte seine Nase offensichtlich noch nicht von einem Windhauch weggeblasen zu werden, denn fr Leute mit lockeren Gesichtsbausteinen ist die rasante Fahrt durch wildwestliche Canyons definitiv nicht geeignet. Dafr zum Erhhen des Adrenalinspiegels.

Und der soll auch aufrecht erhalten bleiben. Und so verschlgt es uns in das ehemalige Space Center, den Temple of the Night Hawk. Dahinter verbirgt sich die lngste Dunkelachterbahn Europas. Die Fahrt durch die Finsternis ist schnell und macht Laune, ist aber ein Witz gegen die Fahrgeschfte Winja's Fear und Winjas Force im Spinning Coaster, dessen Sitzflche sich whrend der Fahrt um die eigene Achse dreht, geht es blitzschnell durch scharfe Kurven, hoch und runter. Dabei wird man ordentlich durchgeschttelt und Cappy-Trgern sei ausdrcklich empfohlen, ihre Kopfbedeckung lieber festzuhalten.

Nach der Action wird erstmal zu Mittag gegessen. Danach geht es endlich auf die erste von zwei Wildwasserbahn-Parcours. Die Fahrt ist gewohnt spaig und nass, was bei den sommerlichen Temperaturen eine willkommene Abkhlung darstellt. Den zweiten Parcour heben wir uns fr spter am Tag auf.

Den Nachmittag gehen mein Begleiter und ich etwas ruhiger an. Die Gondelbahn lsst uns an Szenen aus 1001 Nacht vorbeischweben, im ehemaligen Galaxy-3-D-Kino erlebt man mittlerweile ein temporeiches Rennen durch die Tiefen von Atlantis und auch die Wikingerbootsfahrt wurde im Laufe der Zeit gepimpt und hrt nun auf den Namen Wakobato. Abschlieend geht es fr uns noch mal auf die Wildwasserbahn, bevor wir uns zufrieden, aber auch etwas geschafft - wieder Richtung Shuttlebus aufmachen.

Alles in Allem wei das Phantasialand auch Besucher, die das Kindesalter lngst berschritten haben, nach wie vor zu begeistern. Studenten aus dem Groraum Kln/Bonn sollten die restliche vorlesungsfreie Zeit nutzen, um mal wieder das Phantasialand aufzusuchen, denn die Schulferien sind vorbei und somit der Andrang deutlich geringer als noch vor ein paar Wochen. Und noch spielt das Wetter mit.

Das Phantasialand ist noch bis zum 01. November geffnet, tglich von 9.00 bis 18.00 Uhr.
Weitere Infos gibt es hier.

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