Hier gibt es alles. Ein Schulzentrum, den Telekom Dome fr die Spiele der Baskets, eine gut ausgestattete Ladenzeile und ein Ghetto. Ein Ghetto?

Diese bertreibung existiert schon genauso lange wie es den Brser Berg gibt. Wahr ist: Es gibt einige erneuerungsbedrftige Wohnblcke. Diese sind auch genau genommen keine richtigen Wohnhuser, sondern Provisorien. Sie dienten den ersten Soldaten, die am Verteidigungsminsteriums der Hardthhe ihren Dienst antraten, als vorlufige Wohnsttte.

Anschlieend funktionalisierte man diese Plattenbauten zu Sozialwohnungen um, die noch bis heute als solche genutzt werden. Dennoch kann von Ghetto keine Rede sein. Brennende Autos, Prostitution und Waffenhandel sucht man hier vergebens auf der Strae.

Das freut sicherlich die Bewohner der anderen Seite des Brser Bergs. Es ist jener Teil, der direkt an den Wald grenzt. Hier stehen die schmucken Einfamilienhuser der Beamten der ersten Hauptstadt der Bundesrepublik. Der Sauerstoffgehalt der Luft ist fast so hoch wie das monatliche Durchschnittseinkommen der Bewohner.

Und da die beiden soziale Schichten des Brser Bergs so weit auseinander liegen, knne sie ihr eigenes Ding drehen, ohne sich dabei auf die Fe zu treten. Das knnte hchstens in der Ladenzeile passiere, die genau in der Mitte dieses Stadtteils liegt. Doch wer sich hier begegnet, fngt keinen Streit mit dem anderen an. Denn auf dem Brser Berg lebt man friedlich. Zwar nicht mit- aber nebeneinander.

So ist und bleibt dieser stdtische Mikrokosmos hoch oben auf einem Berg eine empfehlenswerte Adresse fr alle, die die Mischung aus einer uerst grnen Wohnumgebung und einer hervorragenden Infrastruktur zu schtzen wissen, aber trotzdem bei Bedarf in zwanzig Minuten in der Bonner Innenstadt sein wollen.

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