Wenn der Name August Macke fllt, ruft er zuerst Assoziationen mit den farbenfrohen Bildern der expressionistischen Knstlervereinigung Der Blaue Reiter hervor. In einen direkten Bezug zu Bonn bringt man ihn anfangs nicht. Wieso ausgerechnet Bonn? Wir wollen uns einmal auf eine Spurensuche machen.

Am 3. Januar 1887 wurde August Robert Ludwig Macke in Meschede im Sauerland geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Kln. 1900 zog es die Familie Macke aus beruflichen Grnden nach Bonn in die Meckenheimer Strae 29, die heutige Thomas-Mann-Strae. Macke besuchte das Bonner Realgymnasium in der Doetschstrasse und bereits 1903 kam es zwischen ihm und seiner spteren Frau Elisabeth Gerhardt zur tglichen Begegnung auf dem Schulweg. Im Jahre 1904 verlsst er jedoch die Schule gegen den Willen seines Vaters, um ein Studium an der Kniglichen Kunstakademie in Dsseldorf aufzunehmen. Empfohlen wurde er durch den Bonner Kunsthistoriker Professor Paul Clemen. Ihm missfielen jedoch die konservativen Lernmethoden der Kunstakademie. Im November 1906 verlie er die Kunstakademie frustriert, um sich fortwhrend autodidaktisch weiter zu bilden.

Nachdem er zwischenzeitlich die Malschule von Lovis Corinth in Berlin besucht hat, fhrt ihn der Weg 1908 wieder zurck nach Bonn. Am 5. Oktober 1909 heiratet er Elisabeth Gerhardt im Kreise der Familie. Wer sich auf die Spurensuche begeben mchte, sollte einmal in der Bornheimer Strae 96 vorbei schauen. Der aus dem Jahre 1877/78 stammende sptklassizistische Bau (das sogenannte August Macke Haus) wurde 1884 von Mackes Schwiegervater, Carl Heinrich Gerhardt, errichtet. Er sollte seinem benachbarten Unternehmen als Archiv dienen. Nach dessen Tod 1907 wurde seine Schwiegermutter, Sophie Gerhardt, die Eigentmerin des Gebudes. Auf Drngen August Mackes lie sie das Dachgeschoss zum Atelier ausbauen.

Im Februar 1911 zog August Macke mit seiner Frau und seinem Sohn Walter in das Haus an der Bornheimer Strae 96 (damals 88). Hier erlebt er bis zu seinem Tod 1914 die produktivste Schaffensperiode seines Lebens und schuf den grten Teil seiner Werke, mehr als 400 Arbeiten. Zu seinen Motiven zhlten Beobachtungen aus den Fenstern des Hauses, das Leben auf den umliegenden Straen und der Garten. Doch die Idylle wird vom Ersten Weltkrieg unterbrochen.
Am 26. September 1914 wird er bei einem Angriff seiner Einheit bei Perthes-les-Hurlus in der Champagne von einer Kugel tdlich getroffen, sechs Tage, nachdem er das Eiserne Kreuz erhalten hatte. Begraben wurde er auf dem Soldatenfriedhof von Souain.

Die Spurensuche endet also im August Macke Haus in Bonn. Wenn da nicht noch eine kleine Erinnerung auf dem Alten Friedhof an der Bornheimer Strae zu finden wre: ein Gedenkstein fr ihn und seine Frau, der 1999 nach Entwrfen seines Enkels, Dr. Til Macke, errichtet wurde. In der Nische ist ein Abguss einer Skulptur von August Macke aus dem Jahr 1912 platziert. Die Inschrift gibt den Leitsatz Mackes fr sein Schaffen wider: Bei mir ist Arbeiten ein Durchfreuen der Natur.

Wer gerne einmal auf den Spuren des Knstlers wandeln mchte, sollte dem August Macke Haus einen Besuch abstatten. Seit 1991 ist das Haus fr die ffentlichkeit zugnglich, das neben im Atelier ausgestellte Original-lbilder Mackes auch ein Archiv des Rheinischen Expressionismus beherbergt.


Das Museum August Macke Haus , Bornheimer Strae 96, 53119 Bonn,
ffnungszeiten: Di - Fr 14.30-18 Uhr, Sa, So & feiertags 11-17 Uhr,
Mo geschlossen.
Kostenlose Fhrung: sonntags 11:30 Uhr / Fhrungen nach Anmeldung
Euro 36,00
Eintritt: Erwachsene: Euro 4,00 / ermigt: Euro 3,00 / Jugendliche Euro 3,00 / ermigt: Euro 2,00 / Familienkarte: Euro 8,00


Alter Friedhof, Bornheimer Strae, 53113 Bonn
ffnungszeiten: Januar: 8 17 Uhr, Februar: 8 - 18 Uhr, Mrz bis August: 7:15 18 Uhr, September: 8 - 20 Uhr, Oktober: 8 - 19 Uhr, November / Dezember: 8 - 17 Uhr
Fhrungen: Von Mai bis Oktober finden dienstags um 15 Uhr und an jedem ersten Samstag im Monat um 11 Uhr Fhrungen ab Eingang Bornheimer Strae statt.

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