Zwei durchtrainierte, muskelbepackte Mnner stehen sich in einem achteckigen Stahlkfig gegenber, hoch konzentriert. Der Gong klingelt und die beiden Mnner gehen aufeinander los. Es hagelt Schlge und Tritte, es wird am Boden gerungen. Irgendwann kann einer der beiden die Oberhand gewinnen und verpasst seinem Gegner einige saftige Fuste ins Gesicht. Blutspritzer landen auf dem Ringboden. Ein paar Sekunden kann sich der Verletzte noch verteidigen. Er schafft es sogar noch einmal sich aus der Klammerung seines Gegners zu winden und wieder auf die Beine zu kommen, wird dann allerdings brutal mit dem Knie am Kopf erwischt und fllt wie ein nasser Sack zu Boden. Der Ringrichter beendet den Kampf, das Publikum jubelt und im Backstagebereich warten schon die nchsten Gladiatoren darauf, sich blutig zu schlagen.

Willkommen in der Welt des Ultimate Fightings! Kmpfer aus aller Welt und aus den verschiedensten Kampsportdisziplinen treffen im Stahl-Octagon aufeinander um auf martialischste Weise auszudiskutieren, wer das Alphatier ist. Das soll sich in drei Runden drei Minuten entscheiden, in den meisten Fllen beendet allerdings ein vorzeitiges K.O. das Spektakel. Dabei geht es gelegentlich sehr blutig zu.

In den USA und diversen asiatischen Lndern erfreut sich Ultimate Fighting schon seit langem enormer Beliebtheit, jetzt will man auch den europischen Markt erobern: Seit Anfang des Jahres luft ein wchentliches UFC-Format beim Sportsender DSF, UFC-Prsident Dana White und UFC Hall of Famer Randy "The Natural" Couture machten Promo bei TV Total und nun kommen die UFC-Kmpfer sogar live nach Deutschland. Am 13. Juni in die Klner Lanxess-Arena.

Bereits seit Mrz wird im Vorfeld hitzig diskutiert: Kann man eine solch menschenverachtende Veranstaltung gutheien? Handelt es sich dabei berhaupt noch um Sport? Sollte man das nicht lieber verbieten? - Am 26. Mrz stimmte der Klner Stadtrat ber Dr. Martin Msers (Klner Brger Bndnis) Antrag auf Missbilligung von Freefight-Veranstaltung in der Kln-Arena ab und kam zu dem einstimmigen Schluss, sich gegen die Veranstaltung auszusprechen. Auerdem forderte man das Management der Kln-Arena auf, solche Veranstaltungen zuknftig nicht mehr durchzufhren.

Whrend seitens verschiedener Sittenwchter, darunter auch der Box-Experte Werner Schneyder, vehement ein Verbot der Veranstaltung gefordert wird, bleiben Lanxess-Arena Chef Bernd Assenmacher und Veranstalter-Mogul Marek Lieberberg relativ gelassen und sehen in dem Aufkeimen der Diskussion lediglich den Versuch, von realen kommunalen Problemen abzulenken und mit Tiefschlgen politisch zu punkten. Vorwrfe, die Veranstaltung am 13.Juni wrde primr ein rechtsgerichtetes Hooligan-Publikum anziehen, wies Assmacher entschieden zurck.

Ein Verbot wird der Stadtrat wahrscheinlich nicht mehr erwirken knnen, allerdings wurde im Einvernehmen mit den Lanxess-Arena-Verantwortlichen beschlossen, keine Jugendliche unter 18 Jahren an der UFC-Veranstaltung teilhaben zu lassen. Alle volljhrigen UFC-Fans drfen sich also noch immer auf das vermeintliche Kampfsport-Highlight des Jahres freuen.

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