Seit dem 14. Dezember letzten Jahres - an dem Tag trat das neue kundenfreundliche Busnetz in Kraft - kommt man sich in Bonn als Nutzer des ffentlichen Nahverkehrs gelegentlich etwas verarscht vor. Meinen die SWB eigentlich, es sei irgendwie ein spezielles Bonner Hobby, sich an Bus- und Bahnhaltestellen die Beine in den Bauch zu stehen?

Wie mir erging es in den letzten Monaten vielen Bonnern: Wartezeiten von bis zu einer Stunde, wobei der erwartete Bus im 20-Minuten-Takt fahren sollte, sind keine Seltenheit. An den Haltestellen quetschen sich die Brger, deren Stimmung situationsbedingt nicht die rosigste ist. Besonders am Hauptbahnhof ist das Phnomen der Massenbildung an den Bushaltestellen zu beobachten. Wenn die Busse dann mal ansatzweise pnktlich fahren, sind sie gerade zu den Stozeiten morgens und abends manchmal so berfllt, dass Wartenden der Zutritt verwehrt wird und sie auf den nchsten Bus warten mssen. Oder besser: hoffen mssen, dass man diesmal noch rein passt. Wer auf seinem Weg zur Arbeit die Kennedybrcke berqueren muss, ist an manchen Tagen mit dem Fahrrad deutlich besser beraten.

Dies ist - wei Bonn - nicht die erste (und bestimmt nicht letzte) Kritik am neuen Bonner Busnetz - Man mache sich aber doch noch mal bewusst, wie sehr die Realitt von den Versprechungen abweicht, die damals Seitens den SWB und der Stadt Bonn geuert wurden. Man sprach von optimierter bersichtlichkeit, von Kundenfreundlichkeit und mehr Wirtschaftlichkeit.

Dass das Ganze eher nach hinten losgegangen ist - vorher war alles in Ordnung, jetzt schimpfen alle -, haben nun auch die Verantwortlichen der SWB eingesehen. Und so gelobt man Besserung: Ab dem 16. August sollen zustzliche Busse fr eine Stabilisierung des Fahrplans und mehr Pnktlichkeit sorgen. Die Nachbesserungen sollen etwa 1 Millionen Euro beanspruchen, wobei die SWB aufgrund wachsender Kundenzahlen mit der Finanzierung nicht wirklich berfordert wren.

Wir wollen also hoffen, dass wir uns ab Mitte August endlich wieder auf die Fahrplne verlassen knnen. Bis dahin sollte der Bonner im Zweifel lieber einen Bus frher nehmen.


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