Am Dienstag, dem 03.03.09, strzte gegen 14.00 Uhr das historische Klner Stadtarchiv in der Severinstrae ein und kippte in eine nah gelegene U-Bahn-Baustelle. Dabei wurden auch die umliegenden Huser, darunter auch das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, in schwere Mitleidenschaft gezogen und 2 Menschen verschttet. Zum Glck hatten Arbeiter kurz vor dem Unglckszeitpunkt Erdbewegungen unterhalb des Stadtarchivs ausmachen knnen und warnten sofort die Anwohner, wodurch wahrscheinlich einige Menschenleben gerettet werden konnten.

Da aus Sicherheitsgrnden zuerst einmal die Ruinen der umliegenden Huser vollstndig abgerissen werden mussten und zustzlich der Dauerregen den Boden derart aufgeweicht hatte, dass die Einsatzfahrzeuge nicht zu den Verschtteten vordringen konnten, begann die Suche nach den beiden jungen Mnnern aus Kln erst am Samstag. In der Nacht auf Sonntag konnten die Einsatzkrfte die Leiche des 17-jhrigen Bcker-Azubis Kevin K. aus den Trmmern bergen, whrend der 24-jhrige Design-Student Khalil zurzeit noch immer gesucht wird, nachdem man bereits seine Geldbrse und seine Jacke gefunden hat.

33 Mieter der eingestrzten, beschdigten und einsturzgefhrdeten Huser sind seit vergangenem Dienstag obdachlos, wurden bergangsweise in Notunterknften in der Boltensternstrae untergebracht und hoffen nun auf die Untersttzung der Stadt Kln und der hiesigen Stadtwerke. Die KVB hat angekndigt, den Betroffenen mglichst bald und so unbrokratisch wie mglich mit einer Soforthilfe in der Hhe von 1 Million Euro zu helfen. Auerdem sei man bemht, schnell neue Behausungen fr die Menschen zu finden, welche die Notunterknfte gerne bald verlassen wrden. Die Schler des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums werden nun erstmal im Gebude der Volkshochschule in der Nhe des Neumarkts unterrichtet werden.

Whrend die Suche nach Khalil weitergeht und die obdachlosen Mieter auf baldige Hilfe der zustndigen Behrden hoffen, wird die Frage nach dem Wie und Warum - nach der Schuld - laut. Wie jetzt bekannt wurde, hatte man bereits im November letzten Jahres Risse in den Wnden des Stadtarchivs entdeckt. Obwohl ein Gutachten weitere Untersuchungen dieser Schden empfahl, sollen sich die Stadt Kln und die KVB nicht weiter mit dem Fall beschftigt haben. Ebenso sei der KVB, sowie der am U-Bahn-Tunnelbau beteiligten Baufirma, seit 2004 bekannt gewesen, dass durch die Arbeiten und die fehlerhafte Ableitung des Grundwassers der Grund aufgelockert wurde und somit Hohlrume entstanden, was wahrscheinlich zum Einsturz des Stadtarchivs fhrte.

Die Klner Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Baugefhrdung, fahrlssiger Krperverletzung und fahrlssiger Ttung gegen Unbekannt. Die Klner Feuerwehr hat bekannt gegeben, dass die Aufrumarbeiten noch ein ganzes Jahr andauern werden. Freiwillige Helfer suchen momentan im Schutt nach den wertvollen Besitztmern des Stadtarchivs, unter denen sich auch der Nachlass des Schriftstellers Heinrich Bll befindet.

Artikel drucken