Diesen Samstag feierten die Vereinten Nationen ihren 63. Geburtstag, und Bonn feierte mit. Auf dem Marktplatz fand ein groes Brgerfest statt, auf dem sich viele national und international arbeitende Organisationen vorstellten allen voran natrlich die Vereinten Nationen. In zwlf Zelten prsentierten sich neben den 17 Sekretariaten der UNO auch Bundesministerien, Non-Governmental Organisations (NGOs) und Hilfsorganisationen, die alle eins gemeinsam haben: Sie wollen die Welt ein Stckchen besser machen. Das diesjhrige Motto lautete "Was die Erde uns erzhlt. Deswegen lieferten die Stnde viele interessante Einblicke sowohl in die Erde (wie z.B. der Geopark Vulkaneifel mit einem Vulkanmodell und das geodynamische Institut der Uni Bonn mit Fossilien), als auch in die aktuellen Problemstellungen des Umweltschutzes und der Entwicklungsarbeit in der dritten Welt.

Besonders gut besucht waren die Zelte, in denen es ums mitmachen ging. Ob das Ertasten exotischer Frchte beim Deutschen Entwicklungsdienst, einem kickerhnlichen Spiel mit Magnetkraft beim Museum Knig oder eine Maschine des Umweltministeriums, die den CO2-Ausstoss des eigenen Atems zeigte unterschiedliche Phnomene wurden einfach und fr jeden verstndlich dargestellt und erklrt. Die Bonner Oberbrgermeisterin Brbel Dieckmann erffnete das Brgerfest gemeinsam mit Rupert Maclean, dem Sprecher aller UNO-Sekretariate in Bonn. Beide lobten sich fr die gemeinsame Zusammenarbeit. Dieckmann hob in ihrer Ansprache besonders das mittlerweile selbstverstndliche Engagement der Bonner Brger fr die UN hervor: Die Vereinten Nationen haben Menschen zusammengebracht.

Wie engagiert die Bonner sind, zeigten die Massen, die sich durch die Zeltreihen schoben. An vielen Stnden informierten sich die Leute oder diskutierten z.B. ber Vor- und Nachteile von Windkraft und erneuerbaren Energien. Auch wenn die meisten Besucher nur zufllig beim samstglichen Stadtbummel zum Fest gekommen waren, nutzten sie die Mglichkeit, etwas ber ihren Planten zu erfahren. Ob sie sich danach aber wirklich engagieren? Ich denke schon mal darber nach. Es wird ja viel zu wenig gemacht. Aber viele finden ja, dass es schwierig ist, etwas von hier aus zu machen meinte eine Frau, die auch nur zufllig beim Brgerfest war. Damit hat sie die Grundtendenzen der meisten Besucher auf den Punkt gebracht. Informieren selbstverstndlich, helfen immer gerne, aber wirklich etwas tun oder spenden sonst immer, nur ist es gerade schlecht weil. Hoffnungsvollstes Zeichen des Brgerfestes war ein Baum, an den die Brger ihre Wnsche und Hoffnungen fr die Zukunft der Erde hngen durften. Die Wnsche an dem viel behangenen Baum gingen von Ich wnsche mir, dass die Fische berleben ber Vernnftige Menschen bis zu Kapitalismus abschaffen. Wnsche, was sich ndern sollte, gibt es viele.

Wer sich nicht mit den Themen Umwelt und Entwicklung auseinandersetzen wollte, konnte auch einfach das Bhnenprogramm vor dem alten Rathaus genieen. Besonders Kinder freuten sich ber die Maus-Show des WDR, bei der sowohl Bewegungen als auch Rtsel angesagt waren. Highlight des Tages war aber Snger Ad Bantu, der mit seiner Band trotz des ungemtlichen Wetters mit seinen Funk- und Reggaetunes ordentlich einheizte. Mit viel Energie sang, tanzte und gestikulierte der deutsch-afrikanische Knstler bei seiner gut besuchten Bhnenshow. Auch die afrikanische Band Mibola und die lokale Coverband Comeback sorgten fr das musikalische Rahmenprogramm.

Das Bonner Brgerfest zum Tag der Vereinten Nationen bleibt damit eine beliebte Tradition der Bundesstadt. Die Mglichkeit, so einfach in die Arbeit der UNO reinzuschauen und Einblicke in die groe Politik zu bekommen, hat man sonst so nicht. Ob die Veranstaltung aber den Blick fr Umwelt- und Entwicklungsprobleme geffnet hat, oder doch nur eine nette Abwechslung zwischen Shopping auf der Sternstrae und einem Kaffee bei Starbucks war, bleibt jedem Besucher selbst berlassen.

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