Gegen zehn Uhr vormittags fllt sich der Vorraum des Gemeindesaals der Bonner Lukaskirche mit Besuchern. Doch es sind nicht die Besucher des Sonntagsgottesdienstes die sich hier drngen, denn es ist Samstag. Auffllig ist auch, dass die Leute, die sich hier versammelt haben alle sehr jung sind und ein kleines bisschen aufgeregt wirken. Eine Atmosphre wie vor einer Klausur in der Schule mach sich breit. Einige stehen und sitzen mit aufgeschlagenen Heften herum und probieren sich zu konzentrieren, um noch etwas Wissen ins Kurzgedchtnis zu kloppen, andere haben Grppchen gebildet und versuchen sich gegenseitig mit Prahlereien zu berbieten, wer denn nun am allerwenigsten gelernt htte.

Der Grund fr diesen Auflauf? Das BonnQuiz 2008. Zum zweiten Mal findet der Wissenswettbewerb statt, der besonders fr Hauptschler der Klassenstufen neun und zehn aus der Nordstadt Bonns gedacht ist. Organisiert wird der Wettbewerb von ehrenamtlichen Helfern, die vom Jugendmigrationsdienst Bonn, der DITIB Moscheegemeinde und aus vielen weiteren Vereinen des Bonner Nordens kommen. Fragt man die Jugendlichen was sie motiviert hat am BonnQuiz teilzunehmen, so antworten sie zuerst, dass sie mal erfahren wollen was sie so alles wissen oder weil die Lehrerin sie hergeschickt htte. Letztendlich sind es aber natrlich vor allem die Preise, die die meisten von ihnen gereizt haben teilzunehmen. Diese knnen sich nmlich sehen lassen: Alleine drei Laptops werden an die Erstplatzierten vergeben. Daneben gibt es aber noch diverse Trostpreise wie iPods oder USB-Sticks.

Fr ausreichend Motivation ist also gesorgt und nach einer kurzen Begrung durch den Hausherrn Pfarrer Ulrich Thomas drfen die Teilnehmer loslegen. Der Einzelwettbewerb erffnet den Tag und wieder kommt Schulatmosphre auf. Strikt voneinander getrennt sitzen die Schler im Gemeindesaal verteilt und haben 45 Minuten Zeit um Fragen aus verschiedenen Wissensgebieten zu beantworten. Wissen ber Politik und Kultur im Allgemeinen, aber auch speziell zur deutschen Geschichte wird abgefragt. Ganz wichtig hierbei ist der besondere Bezug der Fragen auf Bonn, seine Geschichte und seine Unternehmen. Denn neben der Frderung des Allgemeinwissens soll der Wettbewerb auch ein Beitrag zur Integration sein viele der teilnehmenden Jugendlichen weisen den so genannten Migrationshintergrund auf.

Aber den Schler wurden die Fragen nicht unvorbereitet aufgetischt. In den Wochen vor der Veranstaltung wurde jedem angemeldeten Teilnehmer ein Heft zur Verfgung gestellt, in dem in informativen Texten alle Antworten auf die im Quiz gestellten Fragen zu finden waren. Dieses Heft wurde von ehrenamtlichen Helfern erarbeitet und ist in freiwillig zu besuchenden Vorbereitungsstunden mit den Teilnehmern besprochen worden.

Mit dem Abschluss des Quiz war der Tag aber noch lange nicht vorbei. Das Programm setzte sich mit Spielen fort, in denen zufllig zusammengewrfelte Gruppen gegeneinander antraten und bei denen besonderer Wert auf die Teamfhigkeit der Teilnehmer gelegt wurde. Nur wenn die gesammte Gruppe an einem Strang zog, war es mglich auf die ersten Pltze des Wettbewerbs zu gelangen. So wurden beispielsweise aus Pappe und jeder Menge Klebeband Schanzen gebaut, wobei wirklich abenteuerliche Konstrukte entstanden.

Den Abschluss des Tages bildete die Siegerehrung, die wie schon im Vorjahr von Brgermeister Horst Naa vorgenommen wurde. Naa drckte seine besondere Freude darber aus, dass der Wettbewerb den Kindern fundiertes Wissen ber die Stadt in der sie leben vermittelt. Beeindruckend war die Punktausbeute des Tagessiegers im Einzelwetbewerb nur sechs Fehler machte er bei 127 Fragen. Ein Indiz dafr, dass sich die meisten Teinehmer wirklich hervorragend vorbereitet hatte, so dass auch auf einen langfristigen Effekt der Veranstaltung gehofft werden kann. Denn das ist es was wirklich zhlt: Jeder der Schler soll etwas aus dem Wettbewerb mitnehmen, das ihm bessere Aussichten auf einen Ausbildungsplatz geben knnte und durch die Schule allein nicht immer vermittelt werden kann.

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