Obwohl spter Berichte dementiert wurden, wonach die Maschine von einem Sondereinsatzkommando gestrmt worden sei, war es ein Zugriff in letzter Sekunde. Die Maschine hatte nach Angaben der niederlndischen Fluggesellschaft schon die Startfreigabe erhalten, die aber unmittelbar danach zurckgenommen wurde und Beamte das Flugzeug betraten und die mutmalichen Terroristen festnahmen. Bei den Verdchtigen handelt es sich nach Angaben des Landeskriminalamts um einen 23-jhrigen Somalier und einen somalischstmmigen 24-jhrigen Deutschen.

Eine Entfhrung des Flugzeugs sei wohl nicht geplant worden sein, wohl aber die Absicht im Dschihad, dem Heiligen Krieg zu sterben. Dennoch mutet es merkwrdig an, dass anstatt einer praktisch risikolosen kurzen Zug- oder Autoreise, dass Flugzeug als stark kontrolliertes Verkehrsmittel von den mutmalichen Terroristen gewhlt wurde. Die beiden Mnner, von denen einer in Bonn wohnte, standen offenbar seit Lngerem unter Beobachtung. In der Wohnung der Festgenommenen soll die Polizei Abschiedsbriefe gefunden haben.

Noch bedrohlicher scheint allerdings eine andere Tat im Klner Stadtteil Rondorf zu sein. Hier hatten am Mittwoch drei trkischstmmige Jugendliche versucht Polizisten in einen Hinterhalt zu locken, sie zu ermorden und ihre Dienstwaffen zu erbeuten. Ermuntert durch Terror-Videos wollten sie nach eigenen Angaben den heiligen Krieg nach Kln holen.

Fast schon eine Ironie des Schicksals. Am vergangenen Wochenende wurde der Anti-Islamisierungs-Kongress der rechtspopulistischen Brgerbewegung pro Kln in der Domstadt durch Proteste weitestgehend verhindert und wenige Tage spter kommt es in Kln zu zwei spektakulren Fllen in Verbindung mit dem islamischen Dschihad.

Die aktuellen Festnahmen von zwei Terrorverdchtigen auf dem Flughafen Kln/Bonn zeigen, dass wir wachsam sind. Deutschland ist Teil des weltweiten Gefahrenraumes. Wir nehmen die Gefahr des islamistischen Terrors in Deutschland sehr ernst", sagte Innenminister Dr. Ingo Wolf gestern in Dsseldorf. Es gibt allerdings keinen Grund zur Panik."

Bleibt zu hoffen das Wolf Recht behlt; denn mit den Bahnbombern, mehreren Razzien in Studentenwohnheimen und dem frheren Wohnort eines der Haupttter des 11. Septembers, war die Kln/Bonner Region nicht das erste Mal im Fadenkreuz des islamistischen Terrors.

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