Abzocke!, Geldmacherei!, Haushaltssanierung auf Kosten der Autofahrer!. Dies sind mgliche Anschuldigungen auf die sich die Stadt Kln in nherer Zukunft gefasst machen sollte. Denn durch die Aufstellung neuer Radarmessgerte auf der Zoobrcke als Ergnzung zu den unbeliebten Starenksten, wird die Stadt Kln auch nach Abzug der Kosten fr Errichtung und Instandhaltung voraussichtlich ein sattes Plus auf dem Konto verbuchen knnen. Die Verkehrsberwachung rechnet mit etwa 700.000 Euro Mehreinnahmen jhrlich, von denen lediglich 111.000 Euro fr den Unterhalt der Anlage aufgebracht werden mssen. Schon im ersten Jahr blieben der Stadt bei Bercksichtigung der einmaligen Aufstellungskosten von 200.000 Euro also etwa 389.000 Euro zustzlich.

Von stdtischer Seite sieht man die Sache natrlich vllig anders. Oberbrgermeister Fritz Schramma betonte, dass die Starenksten nicht zur Abzocke der Autofahrer gedacht sind, die Autofahrer sollen durch viele Hinweisschilder schon frhzeitig auf die zulssigen Geschwindigkeiten und auf die berwachungsanlagen aufmerksam gemacht werden. In der Argumentation der Stadt steht die Verkehrsicherheit im Vordergrund: Allein im Jahr 2005 ereigneten sich auf der Zoobrcke ber 400 Unflle also mehr als einer am Tag bei denen 2 Personen ums leben kamen. Erst am 12. Oktober 2006 kam es zu einem erneuten Unfall mit Todesfolge. Hauptursache fr die sich mehrenden Unflle seien zu hohe Geschwindigkeiten, so das Verkehrs- und Ordnungsamt der Stadt Kln. Zudem haben Stichprobenartige Messungen ergeben, dass mehr als die Hlfte der Autofahrer, bei Tag und Nacht, die zulssige Hchstgeschwindigkeit berschreiten. Zehn Prozent der Gemessenen fuhren sogar mit 90, statt der erlaubten 60 Km/h.

Auf Vorschlag der Polizei hat die Stadt vorgesehen, eine kaskadenfrmige Aufstellung der Blitzen vorzunehmen. Das bedeutet, dass in einem relativ geringen Abstand mehrere Messgerte hintereinander aufgestellt werden sollen. Der pdagogische Effekt, die Autofahrer zu gemigten Geschwindigkeiten zu erziehen ist in den Augen der Polizei und der Stadt so am besten zu erreichen. Zu den zwei vorhanden Ksten (Hhe Waldecker Strae und Zoobrcke-Mitte) sollen in Fahrtrichtung Innenstadt an der Auffahrt Frankfurter Strae, in Hhe des Auenwegs und in Hhe Amsterdamerstrae drei weitere Anlagen installiert werden. Darber, ob in zwei weiteren Stufen noch eine Blitze in Hhe Gleisdreieck und eine am Kreuz Kln-Ost angebracht werden wird, soll nach weiteren Messungen entschieden werden.

Hierbei ist aber zumindest fraglich, ob diese Messungen dann tatschlich einen Einfluss auf die Entscheidung ber weitere Blitzen haben: Wenn die erste Manahme Erfolg haben sollte, wird man erwgen, weitere Anlagen aufzustellen, da ein Rezept gegen Raser gefunden worden ist. Hat sie keinen, wird man versuchen mehr Druck auf die Autofahrer auszuben und sie so zum langsamen Fahren zu zwingen. Ein unbedeutender Nebeneffekt weiterer Radaranlagen wre zudem ja auch ein ausgedehnter Bugeldfluss, der der Stadtkasse zu Gute kme.

Somit haben es die Autofahrer ab dem nchsten Sommer wieder selber in der Hand, beziehungsweise im Fu, dem Bugeld fr zu schnelles Fahren auf der Zoobrcke zu entgehen. Neben all den Entscheidungen und Planungen haben die Abgeordneten der Stadt Kln bisher offenbar vergessen sich darber zu streiten, welchem Zweck die Mehreinnahmen zugefhrt werden sollen. Ein weiterer Konfliktpunkt fr 2007 ist somit schon vorprogrammiert.

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