Trotz eisiger Temperaturen hatten sich zahlreiche Mitarbeiter aller nordrheinwestflischen Unikliniken versammelt, um den Druck auf den Dsseldorfer Finanzminister Helmut Linssen (CDU) zu erhhen. "Wir wollen ein deutliches Signal setzen", sagte der Bonner Streikleiter Peter Wittke, "und zeigen, dass wir weiterhin ungebrochen hinter unserer Forderung auf einen Tarifvertrag stehen."

Deutliche Worte fand auch der ver.di Gewerkschaftsvorsitzende Frank Bsirske, der gemeinsam mit Frank Sthr, dem Vorsitzenden der dbb-tarifunion, zur Kundgebung auf den Bonner Venusberg gekommen war. "Wir sind im Angebot bisher weit gegangen und auf Arbeitgeber getroffen, die meinen, auf einem sehr hohen Ross zu sitzen. Ich glaube aber, dass am Ende die Stimme der Vernunft siegen wird, und nicht die Arroganz der Macht la Mllring und Linssen".

Zustzliche Brisanz erhielt die Kundgebung durch den Streik der im Marburger Bund (MB) angestellten rzte. Diese hatten nach einer Urabstimmung am vergangenen Dienstag darber entschieden, am Donnerstag ihre Arbeit niederzulegen. Demnach wrden dringende Notflle zwar weiterhin behandelt, jedoch alle anderen Patiententermine komplett aufgehoben werden. Die rzte der Universitts- und Landeskliniken fordern derweil 30 % mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen.

Zwar haben die Streiks der ver.di und des MB nicht unmittelbar etwas miteinander zu tun, doch horchten alle Versammelten auf, als Frank Bsirske whrend seiner Ansprache noch einmal die Stimme erhob und Kritik an den angestellten rzten uerte: "60-Stunden-Schichten inklusive Bereitschaft werden in der Bevlkerung zurecht als unertrglich empfunden. Aber sind die rzte nach 60 Stunden Dienst weniger mde, wenn sie dafr 30 Prozent mehr Geld erhalten?"

Noch im Jahr 2005 hatte die Gewerkschaft ver.di die an den Universitts- und Landeskliniken angestellten rzte gegenber den Arbeitgebern vertreten. Doch war dieses Bndnis nach dem kommunalen Tarifvertrag geplatzt, den die ver.di momentan fr die Angestellten des ffentlichen Dienstes fordert. Fr die rzte aber sei dieser Vertrag bis heute inakzeptabel und ein Verlustgeschft.

Was die beiden Streiks hingegen der unterschiedlichen Ausgangspositionen jedoch gemein haben, ist der Verhandlungspartner der TdL und an dessen Spitze, der niederschsische Finanzminister Hartmut Mllring (CDU). Mllring war nach dem gescheiterten Treffen zwischen ver.di und der TdL am vergangenen Samstag in Kritik geraten. Sowohl einzelne SPD-Regierte Bundeslnder, wie auch der Innenminister Schleswig Holsteins Ralf Stegner (SPD) hatten Mllring wegen seines Verhandlungsstils scharf kritisiert. Hartmut Mllring zeigte fr die streikenden rzte derweil kein Verstndnis.

Auf die Frage, wann es denn einen nchsten Verhandlungstermin geben wrde, wussten weder Frank Bsirkse, noch Peter Wittke eine Antwort. "Wir wollen mit dem Bad in der Menge den Druck auf Finanzminister Linssen erhhen. Zeitnah wird durch den heutigen Tag aber nichts geschehen."
Auch die Gegenseitige uerte Zweifel an einem raschen Erfolg. So glaubte der stellvertretende Kaufmnnische Direktor am UKB, Hartmut Wagner, zu wissen, dass NRW-Finanzminister Linssen, anstatt selber direkt in die Verhandlungen mit den Unikliniken einzugreifen, eher nach Berlin auf Mllring zeigen wrde.

Von dort waren bisher aber keine Stimmen zu vernehmen, so dass sich wohl auch in der kommenden Streikwoche die Blicke auf die Hauptstadt richten werden.

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