Am ersten Dezember fand zum dritten Mal in Folge die Sammelaktion der Aids-Hilfe Kln e.V. in den Colonaden des Klner Hauptbahnhofs statt. In der Zeit von 11 bis 18 Uhr versammelten sich an mehreren Standorten in Kln weit ber 500 Ehrenamtler, Schlerinnen und Schler, Politiker und Fernsehstars, um Passanten um Spendem zu bitten. Der Hauptbahnhof als ein zentraler und wetterunabhngiger Ort bot eine gute Mglichkeit, Passanten anzusprechen. "Auerdem drfen wir diesen Standort kostenlos nutzen, wofr wir sehr dankbar sind", fgte Carlos Stemmerich, einer der Leiter der Aktion, lchelnd hinzu.

Die Menschen, die vorbei gingen, staunten nicht schlecht, als sie unter dem Treppenaufgang zu den Gleisen 4/5 eine groe, schn dekorierte Weihnachtsbhne und mehrere Infotische sahen. Gegen eine kleine Spende konnte man dort z.B. kleine Plsch-Teddys ergattern. In kleinen Broschren und Info-Heftchen wurden die Besucher auf die Gefahren und Risiken einer HIV-Infektion aufmerksam gemacht. Deutlich machen konnte man seine Solidaritt neben der Untersttzung mit Spenden durch das Tragen einer roten Schleife an der Kleidung.

Die Passanten zeigten unterschiedliches Interesse: Manche blieben neugierig stehen, andere eilten schnell an dem Stand vorbei zu den Zgen. Dennoch zeigten sich viele Menschen in und um Kln uerst hilfsbereit: So schnitten Friseure gegen eine kleine Spende die Haare, Cafs stellten die Spendendosen aus, usw. "Die meisten Lden kamen dabei auf uns zu. Viele hatten von unserer Aktion im letzten Jahr gehrt und wollten sich in diesem Jahr daran beteiligen."

Wer glaubt, dass das Problem Aids schon lngst aus der Welt geschafft sei, der irrt. So Oberbrgermeister Fritz Schramma, der sich gegen 14 Uhr an der Spendenaktion beteiligte: "Aids ist und bleibt ein dringendes gesellschaftliches Problem, das noch mehr Aufklrung und Prvention bentigt." Im Jahr 2005 erfolgte der hchste Anstieg von Neu-Infektionen (etwa 30%) weltweit. Von den ber 40 Millionen Infizierten auf der Welt, leben allein in Deutschland etwa 45.000. Man fragt sich warum, wo doch soviel Aufklarungsarbeit sei es in Schulen, auf Plakaten usw. geleistet wird. Doch die Werbung erreicht allein die Aufmerksamkeit der Menschen in den Industrielndern. Die Lnder der sog. Dritten Welt bleiben weiterhin ahnungslos. In diesem Zusammenhang ist vor allem der afrikanische Kontinent zu nennen. So gibt es laut Stemmerich- viele afrikanische Lnder, die negieren, dass Aids durch den HIV- Virus verursacht wird. Aids sei vielmehr eine Folge der Unterernhrung. Eine tdlich endende Unwissenheit. Nun soll vor allem dort Aufklrungsarbeit geleistet werden, da kann man "viele Spenden gebrauchen".

Gelohnt hat sich der Aufwand in jedem Fall: Bis zum Abend hatte man rund 23.920 Euro gesammelt.

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