Events sind in zunehmendem Mae ein Charakteristikum gegenwrtiger Gesellschaften: Ob im Bereich von Hoch- oder Populrkultur, Eventisierung findet man zunehmend berall. Auch im Bereich von Religion lassen solche lngerfristigen kulturellen Wandlungsprozesse ausmachen: Religises Gemeinschaftserleben ist zunehmend auf Veranstaltungen konzentriert, welche Momente traditioneller religiser Festlichkeit mit Momenten populrer Events verbinden. Auch die Kirchen knnen sich dem Trend, Publika' ber die Herstellung von Erlebniswelten zu binden, nicht nur nicht entziehen - sie haben diese Entwicklung schon frh und durchaus absichtsvoll fr sich genutzt.

Hierfr sind die global fokussierten Weltjugendtage der katholischen Kirche ein prgnantes Beispiel. Von einer Kommission der rmischen Kurie in Weltmetropolen' initiiert und vor Ort von einem lokalen Weltjugendtagsbro zentral geplant und umgesetzt, sind sie ein wichtiges "globales Sprachrohr" der katholischen Kirche und damit deterritorial-transnational ausgerichtet. Um ihre Anziehungskraft und damit auch ihr Vergemeinschaftungspotenzial zu erhhen, setzen sie neben typisch religisen aber auch auf populrkulturelle Elemente wie international bekannte Jet-Set-Prominenz und umfassende mediale Inszenierungsmechanismen. Damit ziehen sie weltweit Einzelpersonen ebenso an wie kirchlich formierte Gruppen und werden zugleich auch von einer globalen ffentlichkeit als herausragendes (Medien-)Event wahrgenommen.

Der XX. Weltjugendtag 2005 in Kln hat nun die Mglichkeit erffnet, ein solches religises Hybridevent' im Hinblick auf den Wandel religiser Vergemeinschaftung unter den Bedingungen von Individualisierung und Globalisierung vor Ort' empirisch zu untersuchen.

Durchgefhrt wird dieses von der DFG gefrderte Forschungsvorhaben von Forscherinnen und Forschern aus vier Universitten, die sich seit geraumer Zeit aus verschiedenen Perspektiven empirisch und theoretisch mit Prozessen der Eventisierung und des Religionswandels auseinander setzen. Ihren Kompetenzprofilen und Forschungsinteressen zwischen Soziologie und Kommunikationswissenschaft entsprechend, werden im Rahmen dieser transuniversitren Studie drei inhaltlich wie organisatorisch umfassend mit einander verzahnte Teilprojekte realisiert, um die angedeuteten Hybridisierungsprozesse im Zusammenhang mit dem XX. Weltjugendtag 2005 aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven heraus zu analysieren:

  • Teilprojekt 1: die Organisatorenperspektive
  • Teilprojekt 2: die Teilnehmerperspektive
  • Teilprojekt 3: die Mediatisierungsperspektive

    Darber hinaus werden auf dieser Webseite Informationen zu wissenschaftlichen Arbeiten zum Weltjugendtag gesammelt, um diese im Sinne eines disziplinenbergreifenden Portals' untereinander zu vernetzen.Ausfhrliche Informationen und aktuelle Ergebnisse des disziplinen-bergreifenden Forschungsprojekts sind im Internet zugnglich unter www.wjt-forschung.de.

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