Auf massive Proteste von Unternehmen und Anwohnern der Strae Am Propsthof, Gerhard-Domagk-Strae und Siemensstrae wegen zunehmender Straenprostitution hat die Stadtverwaltung Bonn reagiert. Dem Ausschuss fr Soziales, Migration, Gesundheit und Wohnen und der Bezirksvertretung Bonn legt sie einen Beschlussvorschlag vor, der den Sperrbezirk einerseits deutlich erweitert, andererseits die Strae "Am Dickobskreuz" davon ausnimmt. Die endgltige Entscheidung ber die nderung der Sperrbezirksverordnung trifft die Bezirksregierung in Kln, die hierzu ihre Sperrbezirksverordnung ndern msste.

Stadtdirektor Arno Hbner: "Das Gebiet wurde in den vergangenen Jahren durch eine hochwertige bauliche Entwicklung erheblich aufgewertet. Dort wurden das Bundesgesundheitsministerium, Telekom, T-Systems und andere hochkartige Unternehmen angesiedelt. In diesem Gebiet befinden sich auch die Jugendwerkstatt des Caritas-Verbandes und die Joseph-von-Eichendorff-Schule. Die stdtebauliche Situation hat sich gegenber dem Jahr 1968, in dem der jetzt noch gltige Sperrbezirk entstanden ist, erheblich verndert. Wir mussten handeln. Daher soll der Sperrbezirk erweitert, auch Wohngebiete in Teilen von Endenich zustzlich geschtzt, andererseits die Strae Am Dickobskreuz ausgenommen werden". Unter Schutz gestellt wird das Wohngebiet westlich der A 565, dem Hermann-Wandersleb-Ring und der Bahnlinie Bonn-Euskirchen.

Die Strae am Dickobskreuz wurde ausgenommen, weil eine vllige Verbannung der Straenprostitution aus diesem Gebiet vllig unrealistisch wre. Die Proteste gegen die sich auf mehrere Straen ausbreitenden Angebote von Prostituierten hingen auch damit zusammen, dass zahlreiche Mitarbeiterinnen des Ministeriums und der Unternehmen von Freiern angesprochen und belstigt wurden, da auf dem Bonner "Strich" nicht nur in den Abendstunden, sondern mittlerweile auch tagsber Liebesdienste angeboten werden.

Der stdtische Vorschlag war im Arbeitskreis "Ordnungspartnerschaft-Straenstrich", in dem Polizei, Ordnungsamt, Gesundheitsamt und Wohlfahrtsverbnde nach einer Lsung suchten, errtert worden. Diskutiert wurde hier auch ein in Utrecht und Kln praktiziertes "Boxenmodell". Es wurde wegen zu hoher Investitions- und erheblicher Folgekosten nicht weiter verfolgt.

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