Sieben Jahre zuvor, die Wiese hinter der Wohnsiedlung Maria-Montessori-Allee: In dem ruhigen Viertel finden sich ein paar Jungs aus der Nachbarschaft zusammen, um ein Nachbarschaftsfest zu organisieren.Wer htte damals gedacht, dass damit eine echte Bonner Institution in Sachen Open-Air-Festival entsteht: Das Greenjuice Festival, eine Groveranstaltung mit ber fnftausend Besuchern. Seitdem liegt ein langer Weg hinter dem Festival und vieles hat sich verndert.

Das Publikum strmt aus ganz Bonn herbei und auch die auftretenden Knstler sind im ganze Land bekannt. Beim diesjhrigen Greenjuice Warm-Up konnten sich die Besucher einen guten Eindruck davon verschaffen, wie die Anfnge des Nachbarschaftsfestes aussahen. Kinder, Jugendliche und Familien aus der Nachbarschaft bildeten den Groteil des Publikums. Als Bhne fungiert ein LKW, von dem aus die Knstler Live-Akustiksets performten. Ein Bierwagen und ein kleiner Wrstchenstand rundeten das Bild ab. Die Hauptbhne im Hintergrund regte bereits vage Vermutungen ber das Spektakel des kommenden Tages an, aber zunchst zum Warm-Up.

Wohnzimmer-Atmosphre

Der erste Teil des Aufwrmprogramms bestritten Samuel Breuer und Band mit seinem Konzept der persnlicher Musik. Zur Gitarre sang Samuel ber die Sorgen des tglichen Lebens, ber das, was ihn ganz persnlich bewegt. Solche Texte aus dem Alltag sind zu gewhnlich? Hauptsache persnlich! Ganz und gar nicht gewhnlich ist jedenfalls Samuels Konzept: Weil seine Songs nmlich so richtig nur in vertrauter Atmosphre wirken, tritt er bevorzugt in Wohnzimmern auf. Wer das ausprobieren will, braucht ihm nur eine, natrlich ganz persnliche, Mail an samuelbreuermusik@gmail.com zu schreiben.

Nach dem Auftritt von Samuel und seiner Band schickte Ijaz Ali klassisch-melancholische Singer/Songwriter Klnge von der Bhne ins Publikum, in dem das eine oder andere vertrumte Gesicht zu beobachten war. Hoffentlich war auch seine Mama begeistert, denn die hatte er extra mitgebracht. Dem Publikum jedenfalls gefiel seine Musik und es hat auch seinen Namen sicher nicht vergessen. Vorgestellt hat er sich ja sicherheitshalber gleich zehn Mal.

Zeitreise zu den Wurzeln

Querformat, die vor allem mit der tollen voluminsen Stimme ihres Sngers punkteten, spielten dann schon mit etwas mehr Tempo. Sie boten soliden Deutsch-Pop der in Lyrics und Sound irgendwie auch stark an Radiogren wie Revolverheld oder Adel Tawil erinnerte. Die Lokalmatadore Heldenviertel legten dann nochmal einen Zahn zu, spielten rockigere Musik als die anderen Bands. Die Band aus der Nachbarschaft hatte im Publikum den besten Support und lieferte so das - vor allem stimmungsmige - Grande Finale. So war es wohl auch schon damals, vor sieben Jahren: Das Warm-Up als Zeitreise zu den Wurzeln des Festivals.

Im zweiten Teil unseres Konzertbericht erklren wir, warum der Wettergott ein Fan des Festivals ist und singende Herzen keine Gnade erfuhren. Hier geht es zu Teil Zwei.

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