Auf der weltweit fhrenden Ernhrungsmesse fr Gastronomie , der Anuga, wurden mit 6.777 Aussteller und 155.000 Fachbesucher aus 187 Lndern an den Ansturm der vorherigen Jahre angeknpft. Besonders das Interesse am Auer-Haus-Markt steigt stetig. Dieser Bereich umfasst neben Schnellservice-Restaurants und Imbissen auch Hotels, Erlebnisgastronomie sowie die Verpflegung am Arbeits- und Ausbildungsplatz.

Elf Hallen pures Genusserleben

Vom 5. bis 9. Oktober rckten auf der Anuga vegetarisches und veganes Essen, regionale Produkte, Convenience Food und fair gehandelte Lebensmittel in den Fokus. In den elf Messehallen wurde teilweise gleich ber mehrere Stockwerke hinweg geschlemmt, ausprobiert, informiert, begutachtet und gehandelt. Wer sich ber die 284.000 Quadratmeter groe Flche der Messehallen kmpfte, brauchte ab und zu eine kleine Strkung. Die wurde reichlich geboten: Mal war es die Wurst aus Weizenproteinen, die wie Fleisch aussah und schmeckte, aber keine tierische Produkte enthalten soll. An einem anderen Stand gab es laktosefreie Kekse aus Finnland.

Der erste Gang fhrte in Halle 8. Dort wurde grtenteils mit den neuestens Trends in Sachen Getrnke geworben. Wer besonders tapfer war, konnte schon am Morgen alkoholische Getrnke antesten, die aber so frh keinen groen Anklang fanden. Beliebter waren die koffeinhaltigen Getrnke wie Fritz-Cola, RC-Cola und diversen gekhlten Kaffee- und Teevarianten. Bei einer beeindruckenden chinesischen Teezeremonie wurde ein sehr aromatischer, heier Grner Tee zum Probieren gereicht. Ebenfalls im Trend lagen in Halle 8 verschiedenste Energiedrinks. Darunter sind auch Drinks, die durch ihre Cartoon-Aufdrucke speziell bei Kindern groen Zuspruch finden. Obwohl die Messe mit einem veganen Schwerpunkt warb, konnte manch ein Anbieter keine nheren Aussagen machen, ob auch die Herstellung des jeweiligen Produktes vegan ist. Gerade solche Informationen sind fr den Endkonsumente jedoch mitunter sehr wichtig. Besonders auch im Hinblick auf den Schwerpunkt der diesjhrigen Anuga sind solch fehlenden Informationen recht verwunderlich.

Frage der Nachhaltigkeit bleibt offen

In den brigen Hallen ging es um den Schwerpunkt Essen. Dabei waren die verschiedenen Bereiche in Fine Foods, Milch- und Molkereiprodukte, Frozen Foods und Brot- und Backwaren unterteilt. Die Fine Foods-Abteilung nahm dabei den meisten Raum ein. In den jeweiligen Bereichen konnten sich die Besucher ber das Essen informieren und zum groen Teil auch etwas probieren. Es gab Kstlichkeiten aus aller Welt, manches war jedoch fr den mitteleuropischen Gaumen recht ungewohnt, wie zum Beispiel ein Multi-Grain Sojadrink aus Thailand. Bizzar, aber lecker: Ein Schoko-Kebap, bei dem von einem groen Spie hnlich wie beim "echten" Kebap die Schokoladen abgeschnitten wird. In die gleiche Kategorie fllt Pizza am Stiel.

Trotz der ganzen angepriesenen biologischen Produkte war auffllig, dass viele Aussteller ihre Waren dennoch in Plastikflaschen und boxen verpackten. Darauf angesprochen, begrndeten viele Unternehmen ihr Handeln mit steigenden Produktionskosten. Andere Hersteller verwiesen auch darauf, dass ihr Plastik wiederverwertet worden ist. Dennoch bleibt die Frage der Nachhaltigkeit an diesem Punkt noch unzureichend beantwortet.

Vitamin-Wasser liegt absolut im Trend

Im Bereich fr Convience- und Health Food wurde eine Verkostung der sechs verschiedenen Vitaminwasser des schwedischen Marktfhrers geboten. Fr jeden Bedarf gab es ein bestimmtes Wasser: zur Strkung der Abwehrkrfte mit Vitamin C, B12 und Zink, zur Frderung der (inneren) Schnheit mit Biotin, Vitamin E und Folsure oder einfach ein Wasser fr jeden Tag mit Vitamin B, C und E und Magnesium.

In der Halle fr Frozen Foods zeigte ein Ksekuchen, dass ein Produkt, das noch nicht vollstndig aufgetaut wurde, nicht unbedingt jedermanns Geschmack trifft. Das angebotene Speiseeis hingegen konnte aufgrund einer Laktoseunvertrglichkeit der Autorin zunchst nicht probiert werden; die Ausstellerin lie sich davon jedoch nicht beeindrucken. Nach einer kurzen Suche in den Tiefen ihrer Khlaggregate fand sie mehrere "passende" Eissorten. Die befanden sich noch im Teststadion , waren jedoch vollkommen laktosefrei

Die Halle fr Brot- und Backwaren glich danach auch einem wahr gewordenen Traum. Nicht nur, dass es fr jeden Allergiker ein passendes Brot gab , auch auf Veganer wurde besonders eingegangen. Das angepriesene Trendgebck aus New York, der Croninut - ein Mischung aus Croissant und Donut - lste hingegen wenig Begeisterung aus. Dafr waren die Muffins und Brtchen aus Kartoffelmehl umso besser.

Kinder als Konsument mehr im Fokus

Ein Messeschwerpunkt lag auerdem bei regionalen Produkten. Die lieen sich leicht ausfindig machen, da die jeweiligen Bundeslandwappen die Stnde der Aussteller aus den verschiedenen deutschen Regionen gekennzeichneten. Auerdem war erkennbar, dass Kinder als Konsumenten immer weiter in den Fokus der Industrie geraten. Nicht nur durch die bereits erwhnten Energydrinks, auch schockgefrorenes Obst in bunten Verpackungen oder neon-leuchtende Eierkartons, die nach dem Verzehr der Eier als Spielzeug dienen, sollen die Aufmerksamkeit von Kindern auf sich ziehen.

Ein Datum fr die nchste Anuga wurde bereits bekannt gegeben. Die findet vom 10. bis 14. Oktober 2015 wieder auf dem Deutzer Messegelnde statt. Bis dahin sind auch sicher alle Pfunde wieder verschwunden und das ganze probierte Essen verdaut.

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