Seit Wochen zwitscherten es die Vgel im Twitter-Wald von den Bumen: Die #Twonn2013, so der Name des diesjhrigen Twittertreffens, kam nach Bonn. Mit Erfolg: "Wir haben 260 000 Twitter Accounts erreicht", erklrte Bettina Schmidt von der "Tourismus und Congress" (T&C) stolz. Unter dem Nutzer @RegioBonn hatte die Einrichtung krftig die Werbetrommel gerhrt und Sponsoren gewonnen fr das Event am vergangenen Samstag.


Was nicht jeder wusste. Ziemlich verdattert schaute sich das Rentnerprchen das Treiben auf dem Mnsterplatz an. Erst 50 Leute hatten sich bis 12 Uhr an der Beethovenstatue eingefunden. Es nieselte. "Was ist das hier?", fragte der ltere Herr mit grauem Bart, die Arme auf seinen Fahrradlenker gelegt. "Das ist die Twonn2013", antwortete einer der neongelb-gewandte Schildtrger der T&C. Twonn2013 prangte in dicken Lettern darauf. "Aha. Was heit das eigentlich?", fragte der Graubrtige weiter. Doch auch die folgende Erklrung schien ihn wenig zufriedenzustellen. "Ah", antwortete er, Zweifel in den Augen. Das unvernetzte Prchen radelte weiter.

Schnitzeljagd und Kaffeefahrt 2.0

Doch mehr und mehr Teilnehmer trafen ein. Fr die rund 250 Twitterfreunde begann schon wenige Minuten spter die Zeit der digital-analogen Interaktionen. Unterteilt in zehn Gruppen sammelten sie Rheingold. Die goldgefrbten Nuggets gab es gegen richtige Antworten und gelste Aktionen: Neben Tweeten hie es fr die Teilnehmer: stricken, singen und rtseln. Sie knipsten QR-Codes und lauschten am Beethovenhaus meisterlichen Musikklngen des Komponisten. Ohne Smartphone ging hier nicht. Marina Zucca, verkleidet als Dame des 19. Jahrhunderts und im normalen Leben Gstefhrerin bei BonnTouren, vermittelte Infos zum berhmtesten Brger Bonns. Sogar der verloren geglaubte Drache Zahni, TWONN-Botschafter 2013, wurde in einer Bckerei in der Wenzelgasse von Otto (16) aus Windhagen entdeckt. Der Preis, wenn auch etwas unglcklich gewhlt: Eine Reise nach Berlin.


Die Mischung aus Schnitzeljagd und dem Flair eines Schulausflugs war allerdings mehr als eine "Kaffeefahrt 2.0", wie das leicht ironische Urteil eines Teilnehmers lautete. "Das Tolle ist, dass man auf den Twittertreffen Leute sehen und kennenlernen kann. Es ist spannend zu sehen, wer hinter den Accounts steckt", sagte Tobias (22) aus dem deutschen Osten. Seit 2007 nutzt er den Kurzmitteilungsdienst. Auf der Twonn traf er auch Mario (30). Beide kannten sich von anderen Treffen, Mario war morgens aus Karlsruhe hergeheizt, abends ging es wieder nach Hause.


Nach dem Gruppenfoto stand alles still

Auch Oberbrgermeister Jrgen Nimptsch (SPD) kndigte sein Kommen ber das soziale Netzwerk an: Mit "Hallo #Twonn2013, ich freue mich, Euch gleich zu sehen und habe schon die Rathaustreppe gefegt. Oberbrgermeister Jrgen Nimptsch" betrat er den Platz, um sich anschlieend beim Gruppenfoto ablichten zu lassen. Hhepunkt der Tour: Der Flashmob. Pltzlich stand der Mnsterplatz still, drei Minuten verharrten die sonst so aufgedrehten Teilnehmer reglos.

Fr das Abendprogramm enterten sie den Rheindampfer Moby Dick. Per Boot ging es zum Kameha. Von dort zwitscherte es noch bis in den spten Abend durch den ther.



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