Rund 80 Stnde, unzhlige Biersorten und rund 200.000 Besucher waren am Wochenende vom 20.-22. Juli in der Rheinaue vertreten. Grund dafr war die Bierbrse, die bereits zum 17. Mal in Bonn gastierte. Biere aus der ganzen Welt konnte man probieren: von Andechs Klosterbier bis hin zu Vulkan. Campus-web war vor Ort und testete so manche Biersorte.

Preis-Leistungsverhltnis stimmte nicht immer

Betrat man das Gelnde der Bierbrse, fand man sich auf den ersten Blick inmitten einer Kirmes wieder. Viele kleine Buden, die kulinarische Leckereien verkauften, Fahrgeschfte und eine Live-Coverband schmckten das Bild. Erst bei genauerem Hinsehen erkannte man, dass sich in diesen kleinen Buden Unmengen an Bier befanden. Also los ging die Verkostung.

Angefangen beim Andechs Klosterbier: das Dunkle und das Helle probiert. Nicht schlecht fr den Anfang. Auch preislich war das Bier mit 5 Euro fr 0,3 Liter 2 Euro Pfand fr die Glser noch in der normalen Preissparte. Dafr, dass man eigentlich nur hier und da mal probieren wollte, waren die Preise allerdings recht hoch.

Der Preis spielte auch beim nchsten Testobjekt eine groe Rolle. Der Champagner unter den Bieren war mit 9 Euro nicht nur relativ teuer, sondern auch sehr speziell. Er wurde in einem Sekt-Glas serviert und prickelte deutlich mehr als ein normales Bier. Geschmacklich aber sehr gut. Danach wurde der Guinness-Stand angesteuert. Der Wirt erzhlte mit britischem Akzent, dass er die Bierbrse jedes Jahr aufs Neue faszinierend fnde. So viele Menschen, die sich fr Bier interessieren, kenne er nur aus Irland. Auf die Frage, welches deutsche Bier er am liebsten trinke, lachte er nur und schttelte den Kopf.

Nicht alles schmeckt, was golden glnzt

Zwischenzeitlich kam man mit vielen Menschen in Kontakt. Der Alkohol lockerte wohl die Zunge. Viele erzhlten, dass sie der Bierbrse von Stadt zu Stadt hinterher reisen. Einige sind schon seit mehr als 10 Jahren in Bonn mit dabei. Dieser Punkt lsst erkennen, dass die Altersgrenze sich im oberen Drittel befand. Feierwtige Jugendliche oder komasaufende Halbstarke sah man eher selten. Der stilvolle Genuss stand klar im Mittelpunkt, wie das Rote Kreuz vor Ort besttigte. Die Genesis-Coverband untersttzte dies vorzglich. Entsprechend wenig hatten Polizei und Sanitter zu tun. Polizisten erzhlten nur von kleineren Handgemengen.

Das nchste Bier, das unsere Kehlen befeuchtete, war Strtebecker aus dem hohen Norden: Ein wahrer Genuss. Diesen Genuss konnte man bei der Bischoff Brauerei leider nicht ganz vorfinden. Das Bier mit dem wohl aussagekrftigsten Namen Fritz-Walter-Bier war sehr eigen. Es schmeckte irgendwie nach Rasen. Nichtsdestotrotz ist es eine gute Sache, denn 5% der Einnahmen werden der gleichnamigen Stiftung zur Frderung von Jugendlichen gespendet.

Das Bio-Bier aus dem sterreichischen Brauhaus Gusswerk gewann zwar etliche Preise, unsere Liebe jedoch nicht. Langweilig und fad schmeckte es. Aber vielleicht waren wir auch durch die Wrter Bio und sterreich von Vorurteilen geprgt.

Und der Knig der Biere ist

Bier macht hungrig. Das erkannte man einerseits an den vielen runden Buchen, die einige vor sich her trugen, andererseits auch an den unzhligen Imbissstnden Backfisch, Bratwurst oder Zuckerwatte. Es war alles da, was das Herz begehrt. Nach einer kleinen Strkung besuchten wir kurz vor Ende noch ein paar "Wirtshuser". Interessant war definitiv das Schottische Ale: Kohlensurelos und warm, aber dennoch sehr lecker. Der Wirt erzhlte, dass er das erste Mal dabei sei und sich darber freue, dass sich auch junge Leute fr Bier interessieren. Danach zhlte er auf, warum das Schottische Bier das Beste der Welt sei. Ihm zu folgen, war leider sehr schwer.

Vulkan hie das letzte und billigste Bier im campus-web-Test. Durchaus mitgenommen von den vielen Testbieren hofften wir, dass das Bier seinem Namen nicht alle Ehre macht. Es war in Ordnung. Die Gewinner des Tages jedoch wurden Strtebecker und das ehrwrdige Budweiser. Positiv berrascht wurden wir vom Schottischen Ale. Bio-Bier hingegen muss man nicht unbedingt trinken.

Als Fazit einer gelungenen Bierbrse blieb die Erkenntnis: Bier ist definitiv mehr als ein alkoholisches Getrnk. Bier ist ein Genussmittel. Insofern wre es durchaus wnschenswert, wenn sich der Altersdurchschnitt bei der Bierbrse in Zukunft senkt.

Wer noch in diesen Genuss kommen will, findet hier hier weitere Informationen zu den nchsten Haltepunkten der Bierbrse.

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