Sangita Popat
   
In Bonn bietet Sangita Popat seit letztem Jahr Lachyoga-Kurse an. Mitmachen kann jeder. Alles, was man braucht, ist normale krperliche Gesundheit, ein Kissen und eine Isomatte.

Die Indologin und Trainerin fr interkulturelle Kommunikation begrt uns mit einem strahlenden Lcheln in ihrem Praxisraum. Der Raum ist hell und gro. Auf dem Regal an der Wand lehnt ein indisch-anmutendes Bild, vereinzelt geben Kerzen und Skulpturen ein gemtliches Ambiente. Ansonsten ist das Zimmer relativ leer, wohl um unntige Ablenkungen zu vermeiden. Nicht nur unsere Lachmuskeln sind gespannt, als wir uns auf diese originelle Entspannungsmethode einlassen.

Von Lachclubs, Killerzellen und Yogis

Wie Yoga selbst, stammt Lachyoga aus dem fernen Indien. Ein Arzt aus Bombay, Dr. Madan Kataria, hat 1995 einen Lachclub gegrndet, weil er die positiven Nebenwirkungen von Lachen erkannt hatte. In Anlehnung an die indische Philosophie soll sich bei dieser neuartigen Yoga-Form durch die alleinige Kontraktion der Lachmuskeln die gute Laune auf die Psyche bertragen. "Wir lachen nicht weil wir glcklich sind, sondern wir sind glcklich weil wir lachen", zitiert Sangita Popat einen Grundsatz dieser Philosophie. Dabei betont die psychotherapeutische Heilpraktikerin weder religisen noch wissenschaftlichen Ansprchen gerecht werden zu wollen. Bei ihr knne man "ben sich mit der Lebensfreude in Kontakt zu bringen". Lachyoga soll entspannend wirken und hierbei das Immunsystem strken.

Bei echtem Lachen knnen tatschlich vermehrt Killerzellen (= Immunzellen, die Krankheitserreger und befallene Zellen erkennen und eliminieren) im Blut gemessen und Stresshormone nachweisbar abgebaut werden. Ob das jedoch auch bei einem grundlosen Lachen (wie beim Lachyoga) gilt, ist nicht erwiesen. Sangita Popat jedenfalls glaubt fest an die positiven Nebenwirkungen. Ebenso die 6000 praktizierenden Lach-Yogis weltweit.

Praktische Umsetzung: "motion creates emotion"

Zunchst beginnen wir mit Lach-bungen. Whrend Frau Popat schallend loslacht, mssen wir erstmal unsere Hemmschwelle berwinden. Grundlos lachen will gelernt sein. Sptestens jedoch als wir wie Pinguine watschelnd durch den Raum laufen, mssen wir laut mitgackern. Mit der Zeit sind wir losgelster und lachen ber- und miteinander. Tatschlich ist diese knstliche befreiende Stimmung ansteckend. Bei verschiedenen Atembungen dehnen und strecken wir uns anschlieend. Einatmen. Ausatmen. Ooooohmmmmm vibriert es durch unseren ganzen Krper.

Zu guter Letzt machen wir es uns auf unserer Matte in unglaublich kuscheligen Decken gemtlich. Wir lauschen der hypnotisierenden Stimme von Frau Popat und lassen uns in eine Traumwelt entfhren. Tiefenentspannt und ein bisschen mde entlsst sie uns und gibt uns ein Stckchen Schokolade mit auf den Weg.

Und was halten wir davon?

"Fr manche ist Lachyoga nichts", gibt die Yoga-Leiterin zu. "Bei anderen hinterlsst es ein nachhaltiges entspanntes Lebensgefhl". Wenn man sich darauf einlsst, gert man in einen fast kindlichen Zustand. Man hat das Gefhl, Hrden einfach anlachen zu knnen, bestimmte Situationen lockerer zu sehen. "Vielen Leuten gibt der Kurs mehr Selbstbewusstsein", meint Sangita Popat. Doch nicht jeder findet Gefallen daran, auf Kommando laut loszulachen. Wer das nicht kann, fhlt sich bei den Kursen leicht knstlich und aufgesetzt. Frau Popat schafft es jedoch gut, mit ihrem echten Lachen anzustecken. Im Endeffekt muss jeder fr sich entscheiden, was er davon hlt, wie er damit umgeht. Fr uns war es die Erfahrung wert und alles andere als lachhaft.

Weitere Infos zum Lachyoga allgemein, zu Sangita Popat Popat oder zu weiteren Kurs-Angeboten finden sich hier.

Artikel drucken