CDU Wahlplakat in der Klner Schildergasse
   
Fr die CDU geht es am 13. Mai um eine Menge. Besonders jetzt, da die Chancen einer CDU-Beteiligung an der schleswig-holsteinischen Regierung verschwindend gering sind. Fr die NRW-Landtagswahl hat die CDU ein bekanntes Gesicht nach Dsseldorf zitiert: Norbert Rttgen. Der Umweltminister stammt aus NRW, sein Stammwahlkreis ist der Rhein-Sieg-Kreis. Bei dieser Landtagswahl kandidiert er jedoch in Bonn. Bis in die 90er Jahre whlten die Bonner traditionell christlich-demokratisch, seit 2000 jedoch abwechselnd mit der SPD. Zuletzt gewann sein derzeitiger Kontrahent Bernhard 'Felix' von Grnberg. Ein starker Kandidat muss also her, um die Whler zurckzugewinnen. Doch eignet sich Rttgen dafr?

Kontra gegen Rot-Grn

Als Campus-Web sich in der Bonner Innenstadt umgehrt hat, wurde schnell deutlich: fast jeder Befragte kennt Norbert Rttgen. Jedoch strt es viele, dass er sich nicht eindeutig zu NRW bekennt. Auch der Wahlkreiswechsel ist fr viele ein Rtsel. Rttgen ist steif und spricht zu anspruchsvoll fr die Allgemeinheit. Er ist ehrgeizig und bestimmend, doch wirkt er dabei schon zu verbissen. Im TV-Duell vom 30. April mit Hannelore Kraft wurden beide Kandidaten danach gefragt, was sie am Gegenber schtzen. Whrend Kraft sich positiv uerte, nutzte Rttgen diese Gelegenheit, um ein weiteres Mal das vermeintliche Unvermgen Krafts und der SPD zur Schau zu stellen. Das wirkt unsympathisch.

Der Umweltminister nutzt den Wahlkampf weniger um Inhalte zu verbreiten, als vielmehr um die gescheiterte rot-grne Regierung zu diffamieren.Und das, obwohl sein Wahlprogramm viele Punkte beinhaltet, die Whler in NRW ansprechen. Industriestandorte, und damit Arbeitskrfte, erhalten und strken, aber nicht auf Kosten der Umwelt. Sparkurs, ohne die Bildung zu vernachlssigen. "Politik aus den Augen der Kinder" nennt er das. Seine Meinung ist, dass hohe Neuverschuldungen in Zeiten der EU-Krise, in der Deutschland Griechenland & Co. Sparprogramme auferlegt, nicht zu rechtfertigen sind. Er verheimlicht nicht, dass dafr Gelder gestrichen werden mssen. Nach jahrzehntelanger Politik mit teuren Wahlversprechen beeindruckt diese Offenheit. Jedoch weicht der CDU-Spitzenkandidat aus, wenn er gefragt wird, wo diese Krzungen vorzunehmen seien.

Hochmut kommt vor dem Fall

Rttgen steht sich selbst im Weg. Er spricht sich beispielsweise nicht gegen das Betreuungsgeld aus, obwohl er wei, dass diese Frderung im Kontrast zu seiner Sparpolitik steht. Er mchte parteiintern niemandem vor den Kopf stoen. Auch tut er so, als habe die CDU mit der Politik der Neuverschuldung nie etwas zu tun gehabt. Bei einer Wahlveranstaltung auf dem Bonner Marktplatz nennt er sie die "unsozialste Politik", die immer die Schwchsten treffe. Und genau diese Art von Politik wirft er Kraft- der angeblichen "Schuldenknigin" - vor. Die Reaktion im Publikum ist unterschiedlich. Manche klatschen, von vielen wird er belchelt. Auch emprte Zwischenrufe sind zu hren. Merkel, die nach ihm auf dem Marktplatz spricht, verbessert ihn und gibt zu, dass auch die CDU an Neuverschuldung beteiligt gewesen sei.

Rttgen ist berambitioniert, wirkt arrogant. Im Gegensatz dazu stehen die volksnahe Hannelore Kraft und Bernhard von Grnberg. Ihr Wahlprogramm mag weder besser noch schlechter sein, aber ihr Image ist es. Die Whler sehen in ihnen Politiker, die zu ihnen sprechen - und eben nicht nur ber sie.

Was will denkt SPD-Konkurrent Bernhard von Grnberg ber Norbert Rttgen und was ist sein Programm? Ein Interview gibt es hier.


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