Seit 22 Jahren ist Youssef Belal-Ali Concierge im Excelsior Hotel Ernst in Kln, das direkt am Dom liegt. Der gebrtige gypter spricht flieend Deutsch, Englisch, Italienisch und Arabisch. Die Concierges des Excelsior Hotel Ernst sind Mitglieder der renommierten Goldenen Schlssel" und der Union Internationale des Concierges dHtels. Im Interview spricht er ber prominente Gste, die Pflicht, ihnen alle Wnsche von den Augen abzulesen und verrt, was es mit den Goldenen Schlsseln auf sich hat.

campus-web: Herr Belal Wie sind Sie Concierge geworden?

Youssef Belal: Nach meinem BWL-Studium in Kairo habe ich dort sofort angefangen in einem Hotel zu arbeiten. Nach sechs Monaten nahm ich einen Job in Griechenland an. Und jetzt bin ich seit 22 Jahren in Kln!

cw: Was gehrt zum Alltag in diesem Beruf ?

YB: Flge buchen und umbuchen, Abholungen zum Beispiel vom Flughafen bis zum Hotel, Konzert Tickets besorgen, Massagen oder Babysitter buchen wir erledigen alles, was mit der Organisation zu tun hat. Das nennt man Service! Oder, das hatten wir auch schon: die Buchung eines Privatjets!

cw: Was sind die Voraussetzungen, um als Concierge die Goldenen Schlssel zu erlangen ?

YB: Man muss schon mindestens 2 Jahre in einem Luxus Hotel gearbeitet haben, dann wendet man sich an das Komitee und es wird entschieden, ob das passt oder nicht nach den Kriterien Kompetenzen, Erscheinung und Erfahrung. Zu 99% gehren die Concierges mit Goldenen Schlsseln zu fnf Sterne Hotels, wie dem Hotel Excelsior Ernst.

cw: Was haben die Schlssel fr eine Bedeutung ?

YB: Das ist eine symbolische Sache. Damals hatten die sogenannten "Portiers" alle Schlssel des Hauses, mit denen sie alle Tren ffnen konnten. Das ist immer noch sp: Ich habe einen Generalschlssel fr das Hotel, was die Goldenen Schlssel symbolisch unterstreichen.

cw: Erfllen Sie den Kunden alle Wnsche?

YB: (lachend) Im Rahmen der Legalitt ja! Da machen wir alles, damit der Kunde mit unserem Service zufrieden ist.

cw: Als Concierge in einem Luxus Hotel haben Sie bestimmt schon Prominente getroffen ? Welche Begegnung war die schnste ?

YB: Vor zwanzig Jahren hatten wir Knigin Beatrix von Holland und ihren Vater zu Gast. Bernhard hie der Vater, der leider 2004 starb. Mit ihm habe ich mich mehr als dreiig Minuten unterhalten! Normalerweise haben diese Leute einfach keine Zeit, aber er war ganz nett und interessant.

cw: Klingt nach einem bewundernswerten Beruf! Bewundern Sie jemanden?

YB: Ja ich bewundere einige Gste! Ich bewundere ihren Weg, denn manche sind jung und erfolgreich und scheinen alles gesehen zu haben. Diesen Weg bewundere ich!

cw: Ist Concierge Ihrer Meinung nach mehr als nur ein Beruf?

YB: Absolut! Das ist eine Leidenschaft, denn wenn ich Abends zu Hause bin, organisiere ich weiter! Der Tag ist lngst nicht vorbei! Das ist kein Beruf, sondern eher eine Lebensart. berall, auch im Urlaub bin ich der Concierge des Excelsior Hotel Ernst. Wenn das keine Leidenschaft fr einen ist, sollte man es vergessen und diesen Beruf nicht ausben.

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