Der Saal war voll, als Ibrahim Evsan um 10.45 Uhr die Bhne beim diesjhrigen Medienkongress der Rheinischen Fachhochschule betrat. Alle schienen zu ahnen, dass der folgende Vortrag nicht langweilig werden wrde.

Sind wir alle abhngig?

Der sich selber als Denker bezeichnende Entwickler von unter anderem sevenload ging in den folgenden zwanzig Minuten auf Social Media im Leben des Einzelnen und der Gesellschaft ein.
Mit der Frage Was passiert gerade in Social Media? leitete er seinen Vortrag ein. In der heutigen Zeit habe sich die Distanz von Mensch und Maschine grundlegend verndert. Zum ersten Mal knne man davon sprechen, dass es zwischen diesen beiden Komponenten eine Vereinigung gbe. Nutzer entwickeln also in gewisser Weise eine Abhngigkeit.

Der Denker denkt laut

Seine Worte regten zum denken an:Wir trauen uns kaum noch, die Maschine wegzulassen. Es schtzt uns und gibt uns das Gefhl, nicht alleine zu sein. Social Media ist der Krieg gegen Langeweile.
Wenn man sich heute nicht im Netz prsentiere, gbe es keine Chance, gut aufgestellt zu sein.
Wer irgendwie das Gefhl hat, etwas zu knnen, fr den gibt es heute in der mediademokratisierten Welt keine Barrieren mehr. Social Media hat alle Barrieren entfernt, war eine seiner Hauptaussagen.
Wenn ein Politiker seinen Doktortitel verliert oder andere Dinge aufgedeckt werden sollten, passiere dies deswegen.

Wer bin ich?

Aber was bedeutet das fr uns? Aufdeckung wrde zum Volkssport werden und Moral und Ethik in unserer Gesellschaft verdrngen. Man knnte fast sagen, Evsan hat die Frage nach dem Wer bin ich? neu gestellt.
Im zweiten Teil seines Auftritts ging es um genau diese Frage. Wie stelle ich mich als Person im Netz dar? Dafr msse jeder fr sich wissen, wer man berhaut ist, was man will und welche Talente man berhaupt besitzt.

Beweglich im Netz

Als Onliner in der heutigen Welt msse man individuell und agil sein, sich den neuen Trends anpassen knnen und vor allem broadcasten knnen. Blogs, Videos, soziale Netzwerke und und und. Wer sich nicht vielfltig und durchdacht prsentiere, knne im Online-Geschehen nicht funktionieren. Wer versteht, open-minded zu sein, Wissen weiter zu geben, Denken weiter zu geben sowie eine offenere Kultur zu leben, kann das Netz verstehen und den versteht auch das Netz.

Die Dinge verbreiten sich schnell und darin besteht die Gefahr. Jeder hat im Netz seine eigene DNA. Jeder lsst Rckschlsse auf seine Person zu, wenn er sich im Netz prsentiert, erklrt er. Sein persnlicher Rckschluss dieser Tatsache: Social Media hat und nimmt Einfluss auf die Gesellschaft.


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