Der Bass ist so tight

Die Jungs von The Blackberries wussten nur zu gut, dass Trinken bei dieser Hitze wichtig ist, traten sie doch in schwarzen Overalls auf. Der Band, deren Hauptmerkmal nicht nur die gleiche Oberbekleidung ist, sondern auch der rockige Britpop, machte die Hitze nur uerlich zu schaffen. Auf der Bhne gaben sie alles und versetzten die Menge einmal mehr in Bewegung Circle Pit und mehrere Tanzsolos inklusive. Langsam kam das Publikum in die richtige Stimmung und tanzte zu den Blackberry Beats in den Sonnenuntergang.

Mit dem Einbruch der Abenddmmerung khlte es ab und die Hitzelethargie lie nach. Viele gaben ihr schattiges Pltzchen auf und nherten sich der Bhne. Auerdem sorgten angenehme Wrme und untergehende Sonne noch einmal mehr fr Besucher.

Das Green Juices Festival erreichte nun sein Bergfest, die erste Hlfte war vorbei. Den zweiten Teil der wilden Sause erffneten Adolar, die extra aus Leipzig angereist sind und Bock hatten, endlich aufzutreten. Mit viel Power gingen sie auf die Bhne und legten sofort los. Ihre Songs aus kunstvollem Text begleitet von druckvollen Rhythmen und E-Gitarren-Melodien erfllten das Festivalgelnde. Mit im Gepck hatten die Jungs die Songs Kitt, Mariokart vs. Kettcar und Tanzenkotzen. Zwischen den Liedern waren sie redselig und unterhielten sich mit dem Publikum. Nach mehreren Zugaben war auch fr Adolar der Arbeitstag vorbei.

Die Nachtschicht bernahm die Band Hello Bomb. Mit ihrer Mischung aus Rock'n'Roll und frechem Rock spielten sich die Klner in die Herzen des Publikums. Ihre Bhnenshow konnte sich ebenso sehen lassen: Es gab gute Laune und eine gesunde Portion Unverschmtheit. Dazu eine fulminante Lichtshow bei einbrechender Dunkelheit. Fertig ist ein auergewhnlicher Auftritt, der Zuschauer wie Band alles abverlangte, beide jedoch glcklich zurcklie.

Lasst uns aus den 5000 Zuschauern 20.000 machen.

Whrend Hello Bomb noch spielten, gab es einen letzten Besucheransturm. Angelockt durch den Sound und die Atmosphre kamen noch mehr Leute aufs Gelnde. Nicht nur Jugendliche sah man nun vermehrt im Park, auch ltere Musikfans schauten, was hier so geht. Jedoch wurden diese klar von der berwiegend jungen Menge erkannt. Mit 27 wird man hier gesiezt, beschwert sich eine Besucherin amsiert.

Bevor es nun mit dem Hhepunkt des Abends weiterging, betrat noch einmal Moderator Heinz die Bhne. Die Zeit sollte noch einmal genutzt werden, um den Besuchern die Verantwortlichen des Green Juice Festivals vorzustellen. Unter groem Applaus wurden Julian und sein Team auf die Bhne geholt und fr ihre Arbeit gelobt. Kurz vor Schluss durften die Verantwortlichen ein paar Danksagungen an Helfer, Untersttzer und Bands aussprechen. Eine letzte Verbeugung und die Bhne gehrte der letzten Band.

Um 21:45 Uhr betraten die Headliner die Bhne: Die Killerpilze aus Dillingen a.d. Donau. Mit im Gepck hatten sie ihr neustes Album Lautonom. Die drei Jungs legten gut los: Rockig und frech prsentierten sie ihre Musik und zeigten, wie man Stimmung macht. Doch beim Musikmachen blieb es nicht. Immer wieder banden sie das Publikum mit ein, forderten Freizgigkeit oder dirigierten es von links nach rechts, von oben nach unten. Als dann in der Zugabe Springt Hoch gespielt wurde, mobilisierten Band wie Zuschauer ihre letzten Krfte und tanzten in die Nacht. Ein gelungener Abschluss fr einen perfekten Tag.


Die Meinungen zum Green Juice 2011 fielen berwiegend positiv aus. Die Organisatoren freuten sich nicht nur ber den reibungslosen Ablauf der Show, sondern auch ber den neuen Besucherrekord (Das ist der Wahnsinn). Es war anstrengend, aber ich bin zufrieden, meinte eine Besucherin nach dem Festival. Auf die Frage, ob sie nchstes Jahr wieder kommen wrde, antwortet sie: Klar, auf jeden Fall. Auch die, die arbeiten mussten, hatten ihre Freude: Die Jungs bewegen was, es macht Spa sie zu untersttzen erklrte ein Nachbar und Helfer.

Aber es gab auch kritische Stimmen. Am Anfang war es lau, erklrte eine Gruppe Jungs. Spter wurde es dann besser. Andere beschwerten sich ber die Methoden der Security. Die nehmen ihren Job wohl zu ernst, sagte ein Besucher, der sein Messer von den Sicherheitskrften abgenommen bekommen hat.

Es ist wahrscheinlich, dass das Green Juice Festival auch nchstes Jahr Besucherrekorde einfahren kann. Jedoch bleibt die Frage, wohin die Reise gehen wird. Das Projekt, das aus Spa ins Leben gerufen wurde, knnte in Zukunft ein ernstzunehmende Veranstaltung in Deutschlands Festivallandschaft werden. Die Zeichen stehen gut dafr.

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