Diesen Samstag findet zum vierten Mal in Beuel das Green Juice Festial statt. Es werden viele Besucher und abwechslungsreiche Bands erwartet. Organisiert wird das Festival traditionsgem von Bonner Jugendlichen. Initiator Julian Reininger hat trotz der hektischen Vorbereitung noch Zeit fr ein Gesprch mit campus-web gefunden:

campus web: Hallo Julian. Fr alle unsere Leser, die dich noch nicht kennen: Stell dich und das Green Juice Festival einmal vor.

Julian: Julian Reininger, 17 Jahre alt, ich komme jetzt in die 12. Klasse. Das Green Juice Festival ist ein Open-Air, umsonst und drauen Musikfestival der Schiene Rock von Jugendlichen organisiert und findet dieses Jahr zum vierten Mal statt. Finanziert wird es durch Sponsoren und Verkufe wie Getrnke und Merchandise - wenn das Wetter gut ist. Die Idee dazu ist bei einem schnen Abend mit Alkoholkonsum entstanden, ich war leider selbst nicht dabei. Wir hatten damals eine eigene Band und dann hie es: Ja lass mal hier im Park ein Konzert machen. Als die anderen mir das erzhlten, fand ich die Idee super und habe das dann bernommen. Wir hatten das alles kurzfristig geplant und als Bhne haben wir einen LKW von der Firma meines Vaters genutzt. Im nchsten Jahr haben wir alles etwas grer aufgezogen und dieses Jahr erwarten wir ungefhr 3000 bis 5000 Leute.

cw: Das Green Juice Festival steigert sich ja immer mehr: Wurde das dieses Jahr auer vielleicht bei den Besucherzahlen auch irgendwo anders bemerkbar?

Julian: Die Leute kriegen das nicht mit, aber es hat sich vor allem an der Vorarbeit gezeigt.
Der Headliner ist bekannter in Deutschland, wir haben mehr Sponsoren und so Neuerungen wie Ausschankwagen und Khlwagen. Auerdem wird die Sicherheit besser. All das ist mit Vorarbeit verbunden und ich sitze ein Jahr lang mindestens immer zwei bis drei Stunden tglich daran und bearbeite Mailkram etc. Aber das kriegen die Leute nicht mit die sehen uns nur den Rasen mhen und denken sich: Ah, die machen ja was. Es ist vielen nicht klar, dass man fr so eine Sache fast ein ganzes Jahr kontinuierlich arbeiten muss.

cw:Das Festival ist ja umsonst und draussen. Was unterscheidet euch den noch von anderen Festivals?

Julian: Umsonst und draussen ist klar.Der Hauptgrund in dem wir uns von anderen Festivals unterscheiden ist, dass alles von Jugendlichen organisiert wurde. Ich war 13 Jahre alt, die anderen 15, als wir das erste Konzert geplant haben. Unser Team besteht aus fnf Leuten, alles Jugendliche in meinem Alter oder jnger.

cw: Wir haben ja schon letztes Jahr vor dem Festival mit dir gesprochen, aber danach nicht mehr. Deshalb die Frage: Wie war's denn?

Julian: Gut! Es waren geschtzt 1500 Leute da, die Supportbndchen innerhalb einer halben Stunde vergriffen. Wrstchen mussten nachbestellt werden, das Wetter war gut und die Leute zufrieden. Deswegen ist auch klar gewesen, dass es 2011 wieder ein Green Juice Festival geben wird. Schon zwei Tage nach dem Festival haben wir wieder angefangen zu planen. Heute planen wir ja auch schon fr nchstes Jahr.

Dieses Jahr ist entscheidend, wie es mit dem Festival weitergeht. Ich meine, wir rechnen mit 3000 Besuchern, es knnten aber auf einmal auch 5000 vorbeikommen. Da stellt sich dann schon die Frage, ob man nicht eine Firma aufmachen sollte.

cw: Stichwort Bands: Wie findet ihr denn geeignete Kandidaten und nach welche Muster sucht ihr sie aus?

Julian: Erst einmal ist da eine Liste mit 30 Bands, die wir alle geil finden und auch selber hren. Die schreiben wir alle an und gucken, was so zurckkommt. Dann schauen wir, was wir uns leisten knnen und verhandeln. Geld spielt vor allem bei den Headlinern eine Rolle. Darber hinaus haben wir ein Konzept, dass auch junge und lokale Bands bei uns spielen. Unser erstes Konzert war ja nur mit lokalen Bands aus dem Umkreis. Das bekommen die Gruppen auch mit. Es bewerben sich bei mir im Jahr mehr als 200 Bands aus Deutschland, aber auch aus Belgien und Frankreich fr das Festival. Letztlich suchen wir die Knstler aber aus.

cw: Welche Bands sind denn in diesem Jahr dabei?

Julian: Beim Opener, der lokalen Band, kooperieren wir mit dem Popmotor-Contest, den wir auch aus eigenen Bandtagen noch kennen. Wir haben uns alle Konzerte angeschaut und haben dann im Halbfinale eine Band ausgewhlt, die uns gefallen hat. Das waren dann Phantomine aus Solingen. Die Jungs haben es echt drauf.

The Blackberries und Lake Cisco aus Kln und Adolar haben wir empfohlen bekommen oder kannten wir selber schon und haben sie deswegen mit ins Boot geholt. Hello Bomb hat letztes Jahr auf der Rheinkultur gespielt und hat uns berzeugt.

cw: Wie wichtig ist den Facebook fr eure Sache?

Julian: Facebook ist bei uns ganz stark im Gebrauch. Vor einem Jahr waren wir bei SchlerVZ, hatten da sogar ein eigenes Edelprofil und kooperiert mit denen. Nach und nach haben wir aber gemerkt, dass die Leute zu Facebook wechseln und so haben wir dort auch eine Seite aufgebaut. Im Moment hat unsere Gruppe 800 Fans. Fr die Veranstaltung Green Juice Festivalgibt es schon 2000 Zusagen und es werden tglich mehr. Zum Werben ist Facebook einfach gut. Wenn du was postest, dann drckt ein Freund von dir auf Like und sofort sieht das ein Freund von deinem Freund so luft das. Bei SchlerVZ sind wir aber immer noch.

cw: Ersetzt Facebook denn die Plakatwerbung?

Julian: Nein, eher nicht. Wir haben dieses Jahr das erste Mal Plakatwerbung an Litfasulen gehabt, was uns viel Lauferei ersparte. Aber auch Flyer helfen. Ich glaube, wenn du bei Facebook die Veranstaltung siehst, dann siehst du es auch nur. Wenn du in einem Laden den Flyer in der Hand hast, realisierst du es erst bewusst. Bei Facebook sagst du einfach zu, aber ob du dann kommst, wei man ja auch nicht.

cw: Welche Verbesserungen gibt es zum Vorjahr?

Julian: Ein Problem des Vorjahrs war, dass wir nicht richtig kontrollieren konnten, wer rein und raus geht. Dieses Jahr haben wir einen Sponsor, der Zune vermietet. Damit knnen wir das Festivalgelnde eingrenzen, sodass wir einen Backstage-Bereich haben, die Leute nicht berall hingehen knnen um z.B. irgendwo hinzu pissen oder Anwohner mit einem Kasten Bier einfach so hier rein spazieren. Wir haben auch ein Einlasssystem von der Rheinkultur und knnen deshalb den Eingang besser kontrollieren. Somit haben wir ein geschlossenes Gelnde.

Letztes Jahr durften keine Flaschen mitgebracht werden. Dieses Jahr aus finanziellen Grnden leider gar nichts mehr. Dafr ist das Festival aber immer noch umsonst. Bei der Sicherheit haben wir noch mehr Leute fr die Security als letztes Jahr. Teilweise kommen die aus ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland. Und das auf freiwilliger Basis! Die Anwohner untersttzen uns auch wieder und verkaufen Kuchen oder schenken Getrnke aus. Am Wichtigsten ist aber, dass sie sich nicht beschweren. Auch mit dabei ist das Deutsche Rote Kreuz.

cw: Ist das Green Jucie Festival denn schon soweit, dass es sich aus sich selbst finanzieren kann oder seid ihr auf Sponsoren angewiesen?

Julian: Fnfzig, Fnfzig Wir habe ein paar groe und kleine Sponsoren, meistens aber lokale Firmen. Wir haben aber kein so groen wie Becks, die berall sind. So Sponsoren wie die Sparda-Bank West konnten wir z.B. vor zwei Jahren mit einem professionell vorbereiteten Konzept von uns berzeugt. Seitdem sind sie dabei und finden das klasse, was wir machen. Aber natrlich sind auch Sponsoren aus finanziellen Grnden abgesprungen.

Von selbst laufen wir das Festival aber frhstens im kommenden Jahr, wenn nicht erst in zwei Jahren. Dieses Mal war es noch anstrengend, wir mussten einiges an Geld aufbringen und uns auch einiges pumpen. Aber es wird immer leichter.

cw: Fr den Nachwuchs: Was muss man mitbringen, wenn man selbst ein Festival planen will und es ber mehrere Jahre laufen soll?

Julian: Zeit. Du brauchst extrem viel Zeit, es muss quasi dein Haupthobby sein. Und Liebe. Ohne Liebe wrde das berhaupt nicht funktionieren. Du musst gut Konzepte ausarbeiten knnen. Du kannst nicht einfach hingehen und sagen: So, Zack! Erst muss dafr viel vorbereitet werden. Auerdem brauchst du ein Team, du kannst das nicht alleine machen. Ich habe am Anfang mit zwei Jungs zusammengearbeitet, mittlerweile sind es fnf. Denen musst du auch vertrauen knnen. Dann brauchst du nur noch gut zu arbeiten und musst Sponsoren finden.

cw: Noch ein paar letzte Worte?

Julian: Ich bin froh das es am Samstag 27 Grad warm wird und die Sonne auf mich scheint. Dass es am Sonntag regnen soll, ist mir egal. Ich hoffe, dass nichts passiert. Es ist krass, dass ich vor einem Jahr hier noch sa und morgen ist schon Samstag. Die Zeit vergeht schnell, aber ich mache das immer noch gerne. Und dann hoffen wir das Es gut wird. Also - jeder schn eine Wurst kaufen.

cw: Danke Julian und viel Glck fr Samstag.


Das Green-Juice-Festival startet am Samstag ab 15:00 Uhr in Neu-Villich auf der Wiese an der Maria-Montessori-Allee.

Alles ber das Festival erfahrt ihr natrlich nach dem Wochenende hier bei uns!

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