Durch sein Engagement geriet Dompteur Walliser in die Barelli-Probleme.
   
 

Nun steht er vor dem Nichts, denn er ist nicht Teil der Familie.
   
Aber obwohl PETA von Prominenten wie Dirk Bach, Udo Lindenberg und den Kaulitz-Brdern (Tokio-Hotel) untersttzt wird und laut Umfragen eine Bevlkerungsmehrheit Wildtiere im Zirkus fr unzeitgem hlt, gibt es auch andere Stimmen. So erklrte der zustndige Experte der CDU, Peter Bleser MdB, schon 2010, dass es aus seiner Sicht verfassungsrechtliche Bedenken bezglich eines Verbotes gebe. Allgemein gibt es immer wieder Kritik am Vorgehen und Aktionen von PETA.

Nicht immer kann trennscharf unterschieden werden, wann Konsequenz in Militanz umschlgt. In Hinblick auf den Zirkus Barelli stellte zudem eine Aktivistin der Tierrechtsinitiative Rhein-Main laut Bericht der Mittelbayrischen Zeitung von Februar 2010 trotz einiger Mngel fest: "Man hat gemerkt, dass Henry Spindler einiges an den Tieren liegt."

Die Scherben der Rckkehr des "zerfetzten Dompteurs"

Vor den Scherben seiner Existenz steht nach dem Barelli-Aus vor allem Tigerdompteur Christian Walliser. Bekannt geworden ist der junge Bayer durch ein tragisches Ereignis: Bei einer Vorfhrung des Dinner-Zirkus in Hagenbecks Tierpark Ende 2009 wurde er nach einem Stolperer von drei seiner Tiger attackiert. Dabei trug er lebensgefhrliche Verletzungen an Schdel, Brustkorb, Hand und Becken davon. Nach zwei Wochen im knstlichen Koma gelang es den rzten jedoch sein Leben zu retten. Da sich laut Augsburger Allgemeiner in Folge des Unfalls Schulden von rund 20.000 Euro anhuften, entschloss sich der Dompteur fr eine Rckkehr in die Manege mit den Tieren, die ihn anfielen.

Seit Mrz stand er bei Barelli unter Vertrag trotz weiterhin eingeschrnkter Bewegungsfreiheit. Nach der Razzia trennte sich der Zirkus laut Pressemitteilung von ihm "in beiderseitigem Einvernehmen". Direktor Spindler betont dabei, man habe bar die Gage fr die bisherigen Auftritte ausgezahlt. Ein "kleiner" offener Restbetrag werde im Laufe des Jahres beglichen. Walliser und sein Lebenspartner hingegen erklrten gegenber der AA, dass es noch offene Forderungen in Hhe von 6500 Euro gebe. Da mitten in der Saison kein neues Engagement zu finden ist, stellt sich die Frage nach der Zukunft von Dompteur und Tieren. Elf Tiger bentigen nicht unwesentliche Futtermengen. An die Adresse des Zoodirektorenverbandes formulierte PETA die Bitte, die Tiere durch Unterbringung in einem Zoo zu retten. Daraufhin sprang der Nrnberger Tiergarten ein und stellte das Futter. Inzwischen ist Walliser in seine bayrische Heimatregion zurckgekehrt und plant dort nun eine Tigershow, wie die Augsburger Allgemeine am 8. Juni berichtete. Ob das reicht, um das endgltige Aus abzuwenden, bleibt abzuwarten.

Altes Wasser in neuen Schluchen

Vorlufig nur ist auf jeden Fall das Aus fr den Zirkus Barelli. Euphemistisch bezeichnet man die zeitweise Schlieung auf der Homepage als Sommerpause. Nostalgisch wird dort der Zusammenhalt der Zirkusfamilie beschworen, gepaart mit einer klaren Kampfansage: "Wenn sich auch manche Mitwerber ber eine eventuelle Pleite gefreut htten, haben sie sich zu frh gefreut. Wer anderen eine Grube grbt fllt doch meistens selbst hinein, so sagt es doch ein bekanntes Sprichwort." Nach Aufgeben klingt das nicht.

Stattdessen spriet schon wieder die Phantasie und die schemenhaften Umrisse alter Zaubertricks treten hervor: Nach der Pause gebe es ein neues Programm "unter neuer Geschftsleitung". "Pseudo" mchte man hinzu setzen. Zudem drfte es mal wieder Zeit sein fr eine Namensjonglage: Als er das Unternehmen vor Jahrzehnten bernahm machte Henry Spindler aus dem Zirkus Carelli flugs den Zirkus Barelli. Fr die Zukunft winkt Farelli mit dem Zaunpfahl. Das lsst Bses ahnen. Mit trotziger Poesie konstatiert der Direktor in der PR-Mitteilung vom 6. Juni: "Solange Sterne am Himmel stehen, wird der Circus Barelli niemals untergehen!" Das ist eindeutig eine Drohung. Zuschauer, Artisten und Tiere nehmt euch in Acht und dreht euch nicht um, denn die Spindlers ziehen rum

Alle Infos ber Tigerdompteur Christian Walliser, wie es jetzt mit ihm weitergeht und wie man ihm helfen kann, findet ihr auf seiner Homepage. Zu Wallisers Homepage geht es hier. In Krze wird Campus Web ein Interview verffentlichen, in dem der Dompteur seine Sicht der Ereignisse schildert.

Lest im ersten Teil von einer Razzia, dem freien Fall freier Mitarbeiter und der Schlagkraft des Clowns im Falle der Freikarte. Den ersten Teil findet ihr hier.

Im zweiten Teil geht es um Zaubertricks mit einem Pseudo-Direktor, den Untergang der heilen Zirkuswelt und den Vorwurf, Tiere wie Betriebskapital zu behandeln. Den zweiten Teil findet ihr hier.

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