Fr beste lyrische Unterhaltung sorgte die April-Ausgabe vom TWINE Poetry Slam in Kln. Im Lokal Blue Shell versuchten acht Autoren durch ihre Texte das Publikum von sich zu berzeugen. Am Ende gewann ein alter Hase der Slam-Szene.

Der Gastgeber erklrt die Regeln

In seinem typischen Outfit mit Anzug und Fliege erklrte Moderator Alexander Bach vor Beginn der Veranstaltung die Spielregeln: In drei Runden wird der Poetry Slam ausgetragen. Er beginnt in der Vorrunde mit acht Teilnehmern. Dann folgt ein Halbfinale mit vier und anschlieend ein Finale mit zwei Teilnehmern. Jeder Slammer hat pro Runde fnf Minuten Zeit, die Punkte werden vom Publikum durch Stimmkarten vergeben. Auf Musik und Gesang muss verzichtet werden.

Den Anfang macht ein Franzose

Nach kurzer Vorstellungsrunde begann Maras, ein franzsischer Slam Poet aus Bordeaux mit seinem Vortrag. Die Lust an der deutschen Sprache habe er durch deutsche Rap Musik bekommen. Fr den Wortschatz war es vielleicht nicht die beste Lsung, sagte er lachend. Seine Geschichte war ein launiger Auftakt und machte neugierig auf die anderen Kandidaten. Dazu gehrte Annika Blanke, die mit ihrem Vortrag Angst vor Gedichten eine Runde weiter kam, ebenso wie der seit 2003 als Slammer aktive Michael Jakob, der mit seinen Comedy-Einlagen die Lacher auf seiner Seite hatte. Isabella Heller berzeugte mit Gefhlen in ihrem Text Monolog mit dir. Bei dem im Vergleich zu den anderen Teilnehmern deutlich jngeren Fabian Kster war von Newcomer-Bonus keine Rede: Mit seinen 15 Jahren stand er selbstbewusst auf der Bhne und beschrieb poetisch seine Lebensziele.

Meine Haare, Justin Bieber und ich

Der Schler feierte bereits seinen sechsten Einsatz in drei Jahren beim TWINE Poetry Slam. Er moderiert zudem regelmig den "Bchner lebt!"-Slam im Georg-Bchner Gymnasium in Kln-Weiden. Im Halbfinale erklrte er, warum Mdchen in seinem Alter ihn immer mit Justin Bieber verwechseln und welche Probleme ihm das bereitet. Unter dem Titel Meine Haare, Justin Bieber und ich berzeugte er das amsierte Publikum einmal mehr und zog in das Finale ein.

Am Ende gewinnt die Comedy

Neben Fabian Kster bestritt der erfahrene Michael Jakob das Finale. Der 33-Jhrige lief noch einmal zur Hochform auf, als er den Zuschauern mit einer groen Portion Humor darber erzhlte, wie es wre, heutzutage Jesus zu sein. Fabian Kster lie es mit seinem Text ber Zeiten des Verstands etwas nachdenklicher und philosophischer angehen. Am Ende gewann Michael Jakob mit 75 zu 25 Stimmen. Moderator Bach empfahl anschlieend noch Jakobs Buch Peace, welches eine Sammlung seiner Texte beinhaltet und lie die Gste krftig fr den Gewinner des Abends applaudieren.

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