Es war kein schnes Weihnachtsgeschenk, welches die Stadt Bonn da bekommen hat. Im neusten Stdteranking der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in Kooperation mit der WirtschaftsWoche fr das Jahr 2010 belegt Bonn im Gesamtranking den 40. Platz. Schon zum siebten Mal testet die INSM deutsche Stdte im Bereich Wohlstand, Arbeitsmarkt, Struktur und Standort. Im Gegensatz zum letzten Jahr wurde die Spannweite der Studie von 50 auf 100 kreisfreie Stdte erweitert.

Die Gesamtplatzierung einer Stadt im Ranking setzt sich aus ihrem Abschneiden im Niveau- und Dynamikranking zusammen. Bonn belegt im Niveauranking Platz 29. Hierfr verantwortlich ist auf der einen Seite der hohe Prozentsatz an Hochqualifizierten (Platz 8), sowie das gute Abschneiden beim Demografie-Index (Platz 3). Dem gegenber stehen katastrophale Ergebnisse im Bereich der Straftaten und der ffentlichen Sicherheit (Platz 89 / Platz 97), sowie bei der Arbeitsplatzversorgung (Platz 87) und beim Kostenbewusstsein der Stadtverwaltung (Platz 98).

Beim Dynamikranking sieht es noch schlechter fr Bonn aus. Platz 85 fr die Bundesstadt. Die unterdurchschnittliche Platzierung resultiert vor allem aus einer Menge an negativen Faktoren, die nicht durch positive Faktoren wettgemacht werden knnen. Bonn zeigt im Bereich Wohlstand und Arbeitsmarkt nur durchschnittliche bis absolut negative Werte auf (Platz 100 bei der Einkommensteuerkraft). Erneut sind Bonns Probleme mit Kriminalitt auffllig (Platz 97 beim Punkt Straftaten). Weiterhin verliert die Universittsstadt auch in einer ihrer Kerndisziplinen an Boden. Nur Platz 81 beim Indikator Schulabgnger ohne Abschluss.
Kommentar: Ein fader Beigeschmack

Nur Platz 40 im Gesamtranking, im Dynamikranking sogar nur auf Platz 85. Diese Bewertung der Stadt Bonn hinterlsst einen faden Beigeschmack. Vor dem Hintergrund des Stdteranking der HWWI wirken die Ergebnisse der INSM wie eine 180 Grad Drehung. Von der Trendstadt zum Dynamikverlierer. Besonders die negativen Werte im Bereich der Kriminalitt erschrecken. Dass nicht alles schlecht ist, zeigen jedoch die erneut positiven Ergebnisse im Bereich des Bildungssektors und der Demografie. Diese Faktoren waren schon in anderen Rankings die groen Strken der Stadt und sollten dementsprechend gefrdert werden. Insgesamt bringt das Stdteranking 2010 differenzierte Ergebnisse, die die Stadt in Angriff nehmen sollte und muss, wenn sie in den kommenden Jahren nicht weiter abrutschen will.



Im Vergleich zur Studie von 2009 fllt Bonn damit im Gesamtranking um 25 Pltze von 15 auf 40. Im Niveauranking steigt die Stadt um 19 Pltze ab. Im Dynamikranking geht es noch weiter abwrts. Der Verlust von 47 Pltzen gleicht einer Talfahrt. Ursachen fr diese Entwicklung sind vor allem die Schwchen beim Thema Kriminalitt und Jobversorgung. Ein schlechtes Bild gibt besonders die Bewertung Bonns Kostenbewusstseins ab. Mit Platz 98 strafen die Unternehmen die Stadt ab, die in letzter Zeit durch negative Schlagzeilen wie dem WCCB-Skandal, die Renovierung der Kennedybrcke und den Krzungen im Kulturbereich aufgefallen ist.

Besonders bitter drfte die neue Studie Oberbrgermeister Jrgen Nimptsch aufstoen. In einer Ende Oktober verffentlichten Pressemitteilung lobte er das Abschneiden der Stadt Bonn in einem anderen Stdteranking (wir berichteten). Ein schnes Ergebnis fr starke und kluge Stadt, lobte der OB damals. Die Werte der neusten Studie drften jedoch andere Tne hervorgerufen haben. Eine offizielle Stellungnahme zum Stdteranking 2010 gibt es bisher noch nicht.



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