Das Beethovendenkmal, das alte Rathaus, oder das ehemalige Regierungsviertel es sind immer die gleichen Bilder, die man mit Bonn in Verbindung bringt. Sind diese klischeehaften Postkartenansichten etwa alles, was unsere kleine Stadt am Rhein an ansehnlichen Bildmotiven zu bieten hat? Das Blog-Projekt Bonn in 100 Tagen will das Gegenteil beweisen.

Abseits der Klischees

Die Journalisten Volker Lannert und Benjamin ODaniel leben und arbeiten seit Jahren in Bonn und sie sind der Meinung, dass es hier definitiv mehr zu entdecken gibt als die Spuren Beethovens. Fernab von Rhein, Museumsmeile und historischer Altstadt gibt es noch viele andere Kleinodien, die das Leben lebenswert- und einzigartig machen. Feinheiten, die man nur entdecken kann, wenn man die Augen ein wenig offen hlt und sich ganz auf Bonn einlsst.

Volker Lannert und Benjamin ODaniel haben genau das getan, stets bewaffnet mit einer Kamera. So ist ein ganz persnliches Stadtportrait entstanden, das die ehemalige Bundeshauptstadt aus vllig neuer Perspektive zeigt. Und damit auch alle anderen Bonn-Fans (und jene, die es noch werden wollen) ihre Stadt einmal ganz unkonventionell entdecken knnen, haben die beiden Journalisten ein bislang einzigartiges Projekt aus der Traufe gehoben: Bonn in 100 Tagen!

Bonn aus neuem Blickwinkel

Bonn in 100 Tagen ist eine virtuelle Online-Galerie, die tagtglich ein Foto aus auergewhnlicher Perspektive prsentiert, stets in extremem Groformat und mit einem knackigen Kurztext versehen. Hinzu kommt tglich eine Facebook- und Twitterseite, womit denn auch die Brcke zu Web 2.0 geschlagen wird. Wir haben uns gefragt: Wie kann man die Stadt auf originelle Art im Netz prsentieren? Eingebunden in ein Online-Format, das den Fotos den Raum gibt, den sie verdienen (nmlich viel Platz und kein Musekino). erklrt Texter Benjamin ODaniel.

So entstand die Idee eines Blogs, der 100 Tage laufen soll exakt bis zum Silvesterabend. Ob die Beine einer Giraffe aus dem Museum Knig, der einstige Plenarsaal im Wasserwerk als Kartenhaus oder ein schlichtes Straenschild auf der Reuterbrcke, intensiv in Szene gesetzt im Licht eines Sptherbstlichen Sonnenuntergang die Macher berraschen jeden Tag mit einer anderen Spielart und Perspektive. Mal von oben, mal von unten, mal gespiegelt, mal glasklar, mal beruhigend, mal aufwhlend. Entstanden ist mehr als nur eine virtuelle Ausstellung.

Vielmehr stellt der innovative Blog die Mglichkeit dar, Bonn auf eine einmalige, feinfhlige Art und Weise zu erleben, und dabei Dinge zu entdecken, an denen man vermutlich normalerweise geradewegs vorbeigelaufen wre. Ein Frosch im Botanischen Garten, die erste Stufe der Leiter ins Hardtbergbadbecken - da wird einem pltzlich bewusst, dass man auf dem Alltagsauge doch blind geworden ist.

Kleine Kostbarkeiten wecken Erinnerungen

Es erstaunt daher nicht, dass die Fangemeinde von Tag zu Tag grer wird. Auf Facebook sind zu manchen Motiven bereits regelrechte virtuelle Diskussionsrunden entstanden sehr zur Freude der Initiatoren: Besonders freuen wir uns ber die vielen positiven Kommentare, etwa auf Facebook. Wir mchten mit unseren Lesern diskutieren, sie nach ihrer Meinung fragen und nicht blo Bilder und Kurztexte "raushauen"., so Benjamin ODaniel. Und das erfreulichste: Der Blog funktioniert offenbar sogar als eine Art Erinnerungssttte. Interessant ist, dass nicht nur Bonner sich unsere Seite anschauen, sondern auch viele, die nicht mehr in Bonn leben, aber einen Bezug zur Stadt haben. so ODaniel weiter. Vielleicht eine Idee, um Bonn auch virtuell als touristisches Ziel zu profilieren? Die beiden Journalisten und Vter des kleinen Bonn-Mosaiks schlieen weitere Projekte nicht aus.

Ein weiterer Pluspunkt der Online-Galerie: die Bilder knnen in Groformat sogar erworben werden! Wer sich also auf Anhieb in eines der kunstvoll ausgestalteten Motive verliebt oder noch ein Weihnachtsgeschenk fern ab von 08/15 sucht, kann sich einen entsprechenden Abzug in verschiedenen Gren und Galerie-Qualitt per direkter Online-Bestellung zukommen lassen.

Und was passiert, wenn die selbstgesetzte Projekt-Frist von 100 Tagen abgelaufen ist? Das Projekt wird online bleiben - also nicht abgeschaltet werden. verspricht ODaniel. Auch die Edition eines Buches oder eine Ausstellung sind mglich, aber darber wollen die zwei Medienmacher nachdenken, wenn es soweit ist. Frs erste werden sie weiterhin durch Bonn streifen, immer auf der Suche nach neuen Nuancen, die Bonn auf den ersten Blick zu verbergen sucht.


Bonn in 100 Tagen

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