Wer im Inneren Klner Grngrtel einem Mann begegnet der im Anzug Rasen mht, hat keinen besonders eitlen Grtner vor sich. Ralf Witthaus will ein Kunstwerk mit interaktivem Potential schaffen. Bis Oktober will der Klner Knstler fertig sein. Dazu muss der 36jhrige viele Hemden durchschwitzen, denn er hat sich eine Strecke von 3 m Breite und 7 km Lnge vorgenommen.

Bei diesen Dimensionen kann der Betrachter nicht einfach einen Schritt vom Werk zurcktreten, um seine Bedeutung zu verstehen. Er ist zum Flanieren auf dem Kreisweg eingeladen und wird dabei den 12 km langen Grngrtel als einen zusammenhngenden Park erleben. Dazu verbindet Witthaus Unterbrechungen durch Straen, Huser, Gewerbebetriebe und Parkpltze. Er mchte die Einmaligkeit der in den 20er Jahren von Konrad Adenauer geschaffenen Anlage, verdeutlichen.

Am 13. August startete der Knstler sein Vorhaben an der Zoobrcke. Jeden Tag will er mit vier Helfern eine Strecke von 250 m frei mhen, bis er die Luxemburger Strae erreicht hat. Anfang- und Endpunkt des Kreisweges ist der Deutzer Rheinpark, der schon 1957 Schauplatz der ersten Bundesgartenschau in Kln war. Diese unterscheide sich von seiner Bundesrasenschau, da so Witthaus er etwas wegnehme und nichts hinzufge. Seine Arbeit sei ihm ein Fest. Um das zu zeigen trgt der Rasenknstler einen Anzug.

Insgesamt 60 Helfer untersttzen das Projekt. Dazu gehren auch 18 Freiwillige der Firma Ford. Da das Unternehmen Kulturpate der Stadt ist, ist es auch fr Jurist Jrg Monecke aus der Rechtsabteilung und Betriebswirt Peter Mrs von der Ford-Bank keine Frage den Rechen in die Hand zu nehmen.

Ca. 62.000 Euro lassen sich Firmen Witthaus Kunstprojekt kosten. Neben den Sponsoren untersttzt der Landschaftsverband Rheinland die Umsetzung mit 10.000 Euro. Die Stadt Kln kann keinen finanziellen Beitrag leisten. Dafr will sie Witthaus aber ideell untersttzen und bemht sich um Gelder einer Stiftung. Wer die vergngliche Rasenskulptur als Geldverschwendung empfindet, kann mit dem Knstler darber diskutieren, denn mit seinem begehbaren Werk will Witthaus ein Gesprch zwischen Schpfer und Betrachter anregen.

Schade, dass das kommunikative Kunstwerk nach drei Wochen schon wieder zugewachsen sein soll. Ob Kln diesen finanziellen Aufwand zu schtzen wei und die Spaziergngerrate in den nchsten Wochen wchst, wird wohl offen bleiben. Aber wenigstens der Knstler feiert sich und den Grngrtel von Kln.

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