Seit Jahren schon erfllt mich eine belustigende, fast in die Schadenfreude hineinreichende Grundstimmung, wenn ich an die Besucher des Veranstaltungsgelndes von Rhein in Flammen denke. Zehntausende, die sich in einem schmalen Bereich zusammendrngeln, anrempeln, und sich gegenseitig auf den Fen stehen. Plrrende Kinder, die nichts sehen knnen, weil die Groen vor ihnen stehen und nachher vom bunten Funkenflug ganz betubt sind.

Whrenddessen hocken wir traditionell auf der Beueler Seite an der Adenauerbrcke; sanft rauscht das Wasser an unserem Kiesstrand vorbei, ein Feuer brennt, Wrstchen schmoren vor sich hin, die Sonne scheint auf uns herunter. Und als Abschluss gibt es dann immer noch ein kleines Feuerwerk, was dem gewhnlichen Grillen am Rhein die besondere Note gibt.

Aus diesem Grunde war ich auch keineswegs von dem Getrnke und Grillverbot auf dem ffentlichen Platz gegenber begeistert. War doch nun davon auszugehen, dass sich die Masse absetzen, den Grill um das Gelnde herum aufbauen und produzierten Mll hier zurck lassen wrde. Selbst der Veranstalter hat zugegeben, dass die Beschrnkung das Problem nicht beseitigen knne, nur verlagern wrde. Und wir hofften instndig, dass die Verlagerung nicht auf unsere Seite, auf unseren Strand ihren Abschluss finden wrde.

In unserer Vorstellung wrden Hunderte schreiende Blger, Familien und geistig degenerierte, lrmende Jugendliche uns erst auf den Fen stehen, dann anrempeln und schlielich auf einen schmalen Bereich zusammendrngen. Zu guter letzt wrden sie ihren Mll einfach liegenlassen und das Gebiet auf Jahre in eine Abfallhalde verwandeln und kontaminieren.

Aber wir hatten Glck. Es regnete, zum ersten Mal seit Jahren, was die Situation stark entlastete. Der Wolken verhangene Himmel entlud sich einmal kurzzeitig und vertrieb mit seinem leichten Nieseln die Westmigranten. So konnte ich mich pudelnass, weiterhin innerlich grinsend, ber die zusammengepferchten Besucher Rhein in Flammens amsieren, die jetzt auch fr Getrnke, Wrstchen in der Rheinaue richtig zur Kasse gebeten wurden.

Uns trocknete das Lagerfeuer rasch, die Wrstchen waren vorzglich und wie jedes Jahr war das Feuerwerk von der anderen Rheinseite aus betrachtet - ein Genuss.

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