Welche Voraussetzungen muss ein Praktikumsplatz erfllen, um jungen Leuten einen guten Einblick in das entsprechende Berufsfeld zu geben? Und wie kann man Erfahrung bringen, bei welcher Firma oder Organisation so etwas mglich ist, und wo der ahnungslose Praktikant schonungslos ausgenutzt wird? Diese und andere Fragen beschftigen einen Groteil der Studierenden in Deutschland mindestens einmal whrend ihrer Zeit an der Uni. Gerade im Bereich Medien drfte der eine oder andere Praktikant schon mal eine Bruchlandung erlitten haben.

Seit kurzem gibt es jeodch mit www.praktika-offensive.de ein umfassendes Portal, das eben jene Fragen beantworten will. Die Jugendpresse Deutschland, der Deutsche Journalisten-Verband DJV und die Deutsche Journalistinnen- und Journalistenunion in ver.di (DJU) brachten das Projekt gemeinsam auf den Weg, um die Qualitt von Praktika im Allgemeinen und von journalistischen Praktika im Besonderen zu verbessern. So finden sich auf der Homepage Richtlinien zu deren Gestaltung, die sich zum Teil auch mit den Vorschlgen der SPD-Bundestagsfraktion decken. Gefordert werden unter anderem ein Anrecht auf einen schriftlichen Vertrag sowie auf eine angemessene Vergtung. Auerdem sehen die Richtlinien vor, dass jedem Praktikanten ein qualifizierter Betreuer zur Seite steht, Praktika nicht lnger als sechs Monate dauern sollten und durch den Einsatz von Praktikanten keine festen Arbeitspltze eingespart werden drfen.

Aber die Praktika-Offensive bietet noch mehr: Auf der Internet-Seite findet sich eine Datenbank, mit deren Hilfe man nachlesen kann, wie Ehemalige ihren Praktikumsplatz bewertet haben. Dabei lsst sich die Liste gezielt nach Firma, Bundesland, Branche und Bewertung durchsuchen. Klickt man die einzelnen Unternehmen an, bekommt man eine detailliertere Bewertung, die allerdings nicht etwa aus Erfahrungsberichten, sondern nur aus einer weiteren kompakten Liste mit etwa einem Dutzend Fragen besteht. Immerhin 350 Eintrge sind bereits online, mehr sollen in den nchsten Monaten folgen. Natrlich kann und soll auch jeder selbst mitbewerten und die eigenen Erfahrungen anderen zur Verfgung stellen.

Sehr viel mehr bietet die Praktika-Offensive bisher leider nicht. Neben der zu erwartenden Verlinkung auf fnf Studien und zwei Artikel ist nur noch die Rubrik fr Betreuer von Interesse, unter der einige Muster fr Betriebsvereinbarungen einem spteren Kummer der Praktikanten entgegenwirken sollen. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Bewertungsliste bislang ein weiteres unter vielen bereits existierenden Angeboten im Internet. Allerdings ist der Einfluss der Kooperationspartner DJV, DJU und Deutsche Jugendpresse nicht zu unterschtzen. Vielleicht entwickelt sich das sehr junge Portal ja noch zu der erhofften groen Sammlung von Erfahrungsberichten. Von viel grerer Bedeutung ist jedoch die Aufgabe, die ausgearbeiteten Richtlinien in den verschiedenen Medienunternehmen zu integrieren.

Das ist jedoch Aufgabe der Verbnde. Bis dahin ist www.praktika-offensive.de zumindest eine weitere gute Anlaufstelle, um kurz Stellung zu absolvierten Praktika zu nehmen. Der Erfolg der Seite liegt nun in den Hnden ihrer Zielgruppe.

Artikel drucken