Die Schler ndern sich, aber die Regeln bleiben die gleichen. Wer studieren will, muss Abi machen. Dabei fllt es mitunter manchen einfacher ihre Prfungen zu bestehen, als eine Antwort auf die Frage zu finden, was und wo sie anschlieend studieren wollen. Es scheint ein schier unendliches Angebot an Studiengngen zu geben, ein wahres Universum an Mglichkeiten - und mittendrin die eigenen Plne, die nicht selten einem groen, schwarzen Loch hneln. Dunkel, vage und scheinbar immer noch weit genug entfernt. Keine perfekten Bedingungen fr eine spannende Runde Stadt, Land, Uni, scheint doch ein Groteil der Beteiligten noch ziemlich hilf- wenn nicht gar ahnungslos. Betriebswirtschaftslehre in Aachen, Kommunikationsdesign in Kln, Politik oder vielleicht doch lieber Germanistik?

Um Schlern und besonders Abiturienten diese Frage zu erleichtern und gleichzeitig einen berblick ber die verschiedenen Fachrichtungen zu geben, veranstaltete die Agentur fr Arbeit Bonn/Rhein-Sieg auch in diesem Jahr, am 22. Januar, wieder eine Hochschulmesse. Rund 2500 Schler nahmen dieses Angebot dankend an, um auf persnlicherer und individuellerer Ebene, als sie das Internet bietet, an Informationen zu gelangen. Wichtig war vielen Schlern dabei besonders der Vergleich zwischen den verschiedenen Fachhochschulen und Universitten, der ihnen so ermglicht wurde.

Nach der ersten Aufklrungs- und Informationsarbeit wurde es Zeit fr die erste Runde Stadt, Land, Uni. Wer intelligent ist, hlt sich an die altbewhrten Regeln: Gegen den Strom schwimmen und sich auch kleinere Unis neben den groen und bekannten Standorten wie Aachen und Bonn anschauen. Dies wird mit besserer Beratung, Informationen und Verweisen auf kommende Veranstaltungen belohnt. Denn Quantitt ist eben nicht immer gleich Qualitt.
Besonders deutlich wurde dies in der Weise, wie sich die einzelnen Hochschulen prsentierten. Viele waren neben ihrem Fachpersonal zustzlich durch Studenten vertreten, was den Kontakt zwischen Schler und Berater wesentlich vereinfachte. Informationen sind schn und gut, aber eine nette Kurzgeschichte aus dem Leben des echten Studenten ist in ihrer berzeugungskraft nicht zu unterschtzen.

Whrend einige Schler sich damit begngten, sich an den Stnden der Hochschulen gebndelt mit Informationen zu versorgen, nutzten viele das Rahmenprogramm: zwischen 14 und 18 Uhr fanden in drei verschiedenen Seminarrumen Vortrge zu Lehramt, Medizin, Biologie, Maschinenbau und vielem mehr statt. Doch auch wer diese nicht besuchte konnte die Zeit gut nutzen und sich in den nicht mehr ganz so gefllten Gngen der Beethovenhalle etwas ausfhrlicher mit den Universittsreprsentanten unterhalten. Die Organisatorin der Messe, Margit Seiwert, erzhlte so auch freudig berrascht, dass ein Groteil der Jugendlichen sehr gezielt Fragen gestellt und sich einiges gedacht htte. Sie sei sehr zufrieden, da die Messe gut besucht und die Rume gefllt gewesen wren.

In der Tat waren besonders die Vortrge gut besucht. Schlielich steckten die Schler auch gestern mitten in einer Runde Stadt, Land, Uni und der Ausgang dieser Partie ist noch immer ungewiss. Da lohnte es sich fr die Zurckliegenden, mit gezielter Informationssuche ihren Rckstand zu verringern.

Etwas enttuschend fr manch einen Besucher war die groe Dominanz an naturwissenschaftlichen sowie wirtschaftlichen Studiengngen gegenber Sprachen und Geisteswissenschaften im Portfolio der Hochschulen. Germanistik, Kunstgeschichte oder Ethnologie dienen leider lngst nicht mehr der Profilbildung einer Universitt. Die Zukunft liegt woanders. So schwer dies auch fr einige Mathehasser zu verkraften sein mag, zeigt sich eindeutig ein Trend fr die Zukunft: Naturwissenschaftler werden gebraucht! Trotz dieser Rckschlge hielt das viele Schler nicht davon ab, sich ausgiebig ber die Studienbedingungen der Geisteswissenschaften zu informieren und die neu gewonnen Kenntnisse in ihren Spielplan einzutragen.

Wie die individuelle Stadt, Land, Uni-Tabelle eines jeden letztendlich aussieht, bleibt abzuwarten. Zu hoffen ist nur, dass einige leere Felder wie Standort und Studienfach whrend des Messebesuchs gefllt werden konnten und am Ende dem Spieler ein gutes Ergebnis vorliegt. Das schne ist, es gibt mit Sicherheit mehr als einen Gewinner.

Artikel drucken