Die Halle 8 des Klner Messegelndes ist voller Anzugtrger, viele davon zwischen 20 und 30, hufig in dem feinen Aufzug unwohl fhlend. Das ist der Hobsons Absolventenkongress, laut Veranstalter die grte Jobmesse Deutschlands. Etwa 24.000 freie Stellen bieten die anwesenden Unternehmen an die meisten davon fr Wirtschaftswissenschaftler, Informatiker oder Ingenieure. Was sowohl die ganzen Anzge als auch die teilweise schauderhafte Krawattenwahl erklrt und so manche Klischees besttigt.

Fr andere Fachrichtungen ist die Lage dagegen fast aussichtslos. Zum Vergleich: im Kongressplaner umfasst die Liste der Aussteller, die allgemein Geistes- und Sozialwissenschaftler suchen, genau eine Spalte, whrend die Liste derer, die nur reine Mathematiker und Informatiker einstellen wollen, mehr als doppelt so lang ist, von den Posten fr BWL- und VWL-Studenten gar nicht erst zu reden. Fr letztere ist der Besuch des Kongresses natrlich Pflicht, denn mit ABB, Deutsche Bank, MLP, PricewaterhouseCoopers, Google und anderen groen Unternehmen sind viele der begehrtesten Arbeitgeber der Branche vertreten.

Doch auch fr Germanisten oder Asienwissenschaftler lohnt es sich, mal ber die Messe zu schlendern. Denn neben mglicherweise unerwarteten Kontaktmglichkeiten wird der Absolventenkongress durch ein umfangreiches Vortragsprogramm ergnzt. Neben unzhligen Unternehmensprsentationen und ultimativen Selbstlobhudeleien (je nachdem, in welcher Veranstaltung man sitzt) errtern Fachleute in Expertenrunden Fragen und Probleme wie Welcher Master fr wen?, Karrierestart in Forschung & Entwicklung oder War for Talents. Hinzu kommen etwa Vortrge zu den Beschftigungsmglichkeiten von Geisteswissenschaftlern oder erfolgreichem Selbstmarketing.

Besonderes Highlight des heutigen Tages war die Verleihung der Auszeichnung Professor des Jahres 2007 durch die Zeitschrift unicum und das Wirtschaftsprfungsunternehmen KPMG. Damit wurden jene Dozenten geehrt, die nicht nur die Studenten am besten auf den Berufseinstieg vorbereiten, sondern sich auch ansonsten intensiv um ihre Schtzlinge kmmern. ber 700 Nominierungen sprachen Studenten und Absolventen im Vorfeld aus, 200 wurden einer Jury vorgelegt, vier machten schlielich das Rennen. Die Professoren Gnter Bentele (Universitt Leipzig), Bernhard Pellens (Universitt Bochum), Rudi Zagst (TU Mnchen) und Peter A. Henning (Hochschule Karlsruhe) konnten nacheinander den Preis entgegennehmen und teilten im Austausch den Anwesenden mit, welche Kenntnisse sie einem guten Dozenten anraten wrden. So kamen unabhngig voneinander Professor Bentele und sein Laudator Professor Klaus Landfried (ehemaliger Prsident der Hochschulrektorenkonferenz) zu dem Schluss, dass man an den Hochschulen die Illusion verlieren msse, dass 95 Prozent der Studierenden nach dem Abschluss weiter an der Uni ttig sein wrden. Ein grerer Praxisbezug, so der Grundtenor aller Reden, msse in der Lehre zu einem essentiellen Faktor werden.

Auch am Donnerstag stehen die Tren der Messe wieder von 9 bis 17 Uhr weit offen. Insgesamt erwartet Hobson etwa 12.000 Besucher, so dass es auch morgen wieder voll werden drfte. Es bleibt noch abzuwarten, ob die Unternehmen am Ende mit einer Menge neuer Angestellter nach Hause gehen knnen in der Zielgruppe stehen die Chancen aber nach dem heutigen Auftakt ganz gut.

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