Rebecca Lange, du bist aktiv fr das Programm Jugend in Aktion. Was ist das genau fr ein Programm?

Vermutlich kennt jeder Student das Programm Erasmus oder auch Da Vinci. Beide gehren zum formalen Bildungsprogramm der EU. Das non-formale Programm Jugend in Aktion ist leider vielen unbekannt. Non-formal bedeutet, dass es unabhngig vom normalen Bildungsweg ist. Jugend in Aktion frdert unter anderem den EFD (Europischen Freiwilligen Dienst, Anm. der Redaktion), Jugendbegegnungen, Jugendinitiativen und Jugenddemokratieprojekte.

Wie bist du auf dieses Programm gestoen und was fr Erfahrungen hast du bisher damit gesammelt?

Ich habe nach dem Abitur einen 10monatigen EFD in einem integrativen Wohnprojekt mit geistig behinderten Menschen in Dnemark absolviert. Das war fr mich eine unvergessliche Erfahrung. Danach habe ich mich noch weiter mit diesem Programm beschftigt und an zwei Jugendbegegnungen teilgenommen.

Wie sieht denn so eine Jugendbegegnungen aus?

Teilnehmer aus verschiedenen europischen Lndern treffen sich und arbeiten gemeinsam an einem bestimmten Projekt. Die erste Jugendbegegnung fhrte mich nach Armenien. Dort haben wir einen Photokurs mit anschlieender Ausstellung zum Thema Vielfalt und soziale Verantwortung gemacht. In Bulgarien habe ich spter mit Teilnehmern aus Estland, Bulgarien und Deutschland einen kologischen Wanderweg angelegt.

Und anschlieend wurdest du im Rahmen des Programmes als EuroPeer ausgebildet?

Genau. EuroPeer sind Leute, die bereits Erfahrungen mit diesen Programmen gesammelt haben, darber informieren und dafr werben wollen. Der Vorteil daran ist, dass das Informieren auf Augenhhe, also durch etwa Gleichaltrige, stattfindet. Wir informieren in Schulen, Jugendzentren und so weiter oder aber auch indem wir selbst Projekte wie Podiumsdiskussionen, Ausstellungen und Jugendbegegnungen ins Leben rufen.

Du bist sofort nach dem Abitur eingestiegen. Spricht das Programm hauptschlich Jugendliche an und ist es fr Studenten jetzt zu spt mitzumachen?

Nein, das Programm richtet sich an alle die in EU Staaten leben und unter 30 Jahren sind. Auerdem ist es unabhngig von Bildung, Herkunft oder Behinderung. Es ist auch eher ein deutsches Phnomen, dass man gleich nach dem Abitur so etwas wie einen EFD macht. Viele Teilnehmer schieben das zwischen Bachelor und Master ein. Es gibt zudem auch kurze EFDs, die einen bis drei Monate laufen. Diese sind also perfekt fr die Semesterferien geeignet. Man hat auerdem die Mglichkeit selbst Frdergelder zu beantragen und ein Projekt jeglicher Art zu starten. Das wre dann eine Jugendinitiative.

Was wre denn ein Beispiel fr eine solche Jugendinitiative?

Studenten in Kln haben beispielsweise eine Initiative gestartet, in dessen Rahmen sie auf einer Brachflche einen Gemeinschaftsgarten angelegt haben.
Genauso gut kann man aber auch ein Theaterstck, ein Kurzfilmfestival oder hnliches initiieren.

Rebecca Lange, wir bedanken uns fr das Interview.


Fr Interessierte lohnt es sich hier nachzuschauen:

Deutsche Nationalagentur fr das EU-Programm Jugend in Aktion: www.jugendfuereuropa.de
Informationen zum EFD: www.go4europe.de
Allgemeine Informationen zu Auflandsaufenthalten von Eurodesk: www.rausvonzuhaus.de


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