Welchen Weg whlen, um den Liebsten zu finden? Romantik? Schicksal? Gttliche Fgung? Wer an all dies nicht glaubt oder nicht glauben will, ist bei Gmatch, der ersten deutschen wissenschaftlichen Partnerbrse, genau richtig. Denn hier vertraut man der Wissenschaft. Liebe ist Biologie, Romantik besteht aus krpereigenen Duftstoffen, Schicksal aus Hormonen und gttliche Fgung wird noch nicht einmal erwhnt.

Von drei Studenten der Mnchner Technischen Universitt entwickelt, soll diese Internet-Partnerbrse denjenigen eine zustzliche Sicherheit geben, die sich bei der Suche nach der knftigen Liebe nicht nur auf Gefhle, Interessen, Sympathien und Schnheit verlassen wollen. Eine weiterer Bestandteil ist laut der Gmatch-Homepage bei einem ersten Zusammentreffen unbewusst magebend dafr, ob es funkt oder nicht: Der krpereigene Geruch. Es heit ja nicht umsonst "jemanden nicht riechen knnen".

Mit Abbauprodukten des Immunsystems ins Glck

Hierbei berufen sich die Erfinder auf wissenschaftliche Studien, die beweisen, dass das Unterbewusstsein die Duftstoffe des anderen aufnimmt, sie verarbeitet und analysiert. Diese Signalstoffe sind bestimmte "Abbauprodukte des Immunsystems", genauer gesagt: "Gene des Major Histocompatibility Complex (MHC)". Je vielfltiger die MHC-Gene zweier Menschen, desto attraktiver wirken sie aufeinander. Bei Gmatch geht man davon aus, dass sich im Laufe der Evolution Partner mit mglichst verschiedenen MHC-Genen gesucht haben, da deren Kinder besser vor Krankheiten geschtzt seien.

Somit kann man bei Gmatch seine knftige groe Liebe sozusagen "erriechen". Einfach eine Speichelprobe abschicken. Diese wird dann ausgewertet und jedem Kunden ein Code zugeordnet. Dann beginnt das sog. "Matching": Nach einer Anmeldung auf dem Portal kann man passende Singles suchen und durch Punkteabgleich herausfinden, welcher andere Code zu einem passt. Nebenbei sollten natrlich auch Interessen, Intelligenz, Lebensanschauungen und Aussehen abgeglichen werden, sonst knnte sich der Immunsystem-Prinz als dumme, egoistische, untreue und picklige Krte entpuppen. Der DNA-Test inklusive drei Monate Mitgliedschaft kostet 139 Euro, jeder weitere Monat dann 25 Euro. Wenn Singles ohne Matching-Option miteinander in Verbindung treten wollen, das heit wie bei jedem anderen Internet-Portal, kostet das Ganze 19 Euro.

Liebe in Zeiten des Matchings

Doch wie wird einem garantiert, dass sich all die Bemhungen auch tatschlich auszahlen? "Zusammenfassend lsst sich sagen, dass das genetische Matching bei der Partnerwahl wohl eine Rolle spielt.", heit es in einer Gmatch-Pressemitteilung vom 24.1.2011. Ganz ausgetftelt ist das Konzept wohl doch nicht. Aber welches Liebes-Elixier kann einem schon versprechen, den anderen zu verzaubern? Es ist wie mit dem Froschkuss: Man muss es wahrscheinlich einfach ausprobieren.

Wobei Ungezwungenheit, ein lockeres Gesprch oder spontane Witze in Zeiten des Matching fehl am Platze zu sein scheinen. Denn wer schon mit dem Gedanken an die Gesundheit der zuknftigen Kinder zum ersten Treffen geht, wird wohl kaum lssig bei einer Tasse Kaffee flirten knnen. Stattdessen knnte ein Date im Gmatch-Zeitalter so aussehen: Zum Treffen kommt man mit einer Kriterien-Liste und fragt am Ende: "Drfte ich zur Sicherheit auch noch einen Wangenabstrich von dir machen?"

Doch den Vorwurf, das Ganze zu "entromantisieren", weist Gmatch-Grnder Andreas Reichert in einem Interview mit der Welt vom 17.4.2011 von sich. Gmatch versuche nur "ein wenig Objektivitt in die Sache reinzubringen". Die Idee zu dieser Partnerbrse kam Reichert brigens, als er wissenschaftliche Artikel ber das Paarungsverhalten von Zebrafischen las. Aber eigentlich sind wir ja auch nur Tiere. Und schon bald knnte es anstelle von "Ich liebe dein Lcheln" heien: "Ich liebe deine Gene!"

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