Jugendliche, die sich dem Schulabschluss nähern, haben oft die Qual der Wahl. Je nach persönlicher Neigung und Leistung müssen sie sich entscheiden, wie es nach der Schule weitergehen soll: Ausbildung oder weiterführende Schule und Studium? Dass die Vielfalt an Berufen und Studiengängen immer größer wird, macht die Entscheidung nicht gerade leichter. Um Schülern dabei Hilfestellung zu leisten, fand vom 26.-27. November 2010 die Messe Berufe live Rheinland in Düsseldorf statt. 171 Aussteller informierten die rund 22.000 Besucher über eine Fülle von Möglichkeiten, die sich Schulabgängern aller Schulformen für ihre Zukunft bieten.


Rheinland - Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Zuversicht wurde den Schülern schon in der Eröffnungstalkrunde vermittelt. Laut Peter Jäger, dem Leiter der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Düsseldorf, kommen im Rheinland auf 100 Bewerber ganze 140 Ausbildungsstellen. Damit sollte also für jeden etwas dabei sein – wäre da nicht noch das Problem der großen Auswahl. Hilfe zur Orientierung bot sich auf der Messe in Form von Vorträgen auf drei Bühnen, Informationsständen und Aktionsflächen wie dem Berufsparcours. Dort konnten die Schüler an unterschiedlichen Stationen ihr berufliches Geschick testen.

Zahlreiche Unternehmen, Hochschulen, private Bildungsanbieter, Kammern und Verbände informierten auf 7.000 qm über die unterschiedlichsten Möglichkeiten. Die Schüler hatten die Chance, mit Mitarbeitern der Polizei, des Erzbistums Köln, der Deutschen Flugsicherung und der Bundeswehr zu reden. An anderen Stellen konnten sie Antworten auf ihre Fragen zur Ausbildung bei der AOK, bei einigen Discountern oder gar Kentucky Fried Chicken finden. Anbieter von Sprachreisen waren ebenfalls vor Ort, denn an vielen Ecken wurde immer wieder erwähnt, wie wichtig Fremdsprachenkenntnisse heute im Berufsleben seien. Selbst das Phantasialand war vertreten, da es Ausbildungen im Bereich Tourismus anbietet. Wer sich unter dem Beruf „Fachkraft für Fruchtsafttechnik“ nichts vorzustellen vermochte, konnte sich am Stand für Berufe in der Lebensmittelbranche darüber aufklären lassen. Allgegenwärtig waren auch Anbieter dualer Studiengänge, deren Anzahl sich ständig vergrößert.


Tipps zur Bewerbung

Für Schüler, die bei ihrer Entscheidungsfindung schon etwas weiter waren, gab es das Bewerbungsforum. Dort konnten sie ihre Bewerbungsmappen von Studien- und Berufsberatern unter die Lupe nehmen und Bewerbungsfotos machen lassen. Auch dazu gab es viele nützliche Tipps. Das Interesse am Job und auch am Unternehmen müsse erkennbar sein, erklärte Melanie Tegas vom real,- SB-Warenhaus bei der Eröffnungstalkrunde. Hilfreich sei es, gerade wenn die Noten nicht so gut sind, vor der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz ein Praktikum absolviert zu haben, um sich persönlich mit dem Unternehmen vertraut zu machen.

Soziale Kompetenzen, die sogenannten Soft Skills, wurden bei allen Vorträgen besonders hervorgehoben. In der heutigen Dienstleistungsgesellschaft sei ein selbstbewusstes, kommunikatives und freundliches Auftreten unumgänglich. In diesem Zusammenhang machte Peter Jäger auch auf die Veränderungen in vielen Berufen aufmerksam. So sei zum Beispiel der Beruf des Schornsteinfegers heute ein „High-Tech-Beruf“. Umwelt- und Klimaschutz haben die Anforderungen an die berufliche Kompetenz erhöht. Schornsteinfeger hätten
daher heute auch eine Beratungsfunktion inne und häufigen Kundenkontakt.


Probieren geht über Studieren

Ist die Wahl des Studienfaches eine Lebensentscheidung? Kirsten Möller-Nengelken von der FH Niederrhein verneinte diese Frage entschieden. Das Bachelor-Master-System ermögliche nach dem ersten Abschluss einen Richtungswechsel und nehme so etwas den Druck der Studienwahlentscheidung nach dem Abitur. Allerdings lag der Schwerpunkt dieser Messe weniger auf Studienfächern als auf der Ausbildungsfindung. Für Abiturienten und Studenten, die sich für einen Uni-Wechsel, Masterstudiengänge oder Auslandsaufenthalte interessieren, gibt es die noch etwas größere Einstieg Abi Messe vom 11.-12. März 2011 in Köln. Dort werden über 350 nationale und internationale Hochschulen und Unternehmen über ihre Studien- und Ausbildungsangebote informieren. Seit einiger Zeit bietet die veranstaltende Einstieg GmbH übrigens für Studenten, die in ihrem Studium schon weiter fortgeschritten sind, die Master-Suchmaschine Mastermap an.

So weit mussten die jungen Besucher der Berufe live Rheinland aber noch nicht denken. Für sie stand eher der erste Kontakt mit der Berufswelt im Mittelpunkt. Sich angeregt unterhaltend und bepackt mit Tüten voller Informationsmaterial der Unternehmen und Hochschulen, verließen sie nachmittags die Messe. Natürlich gab es viel Gesprächsbedarf über die persönlichen Eindrücke, die jeder mit nach Hause nahm, vielleicht sogar über den gerade gefundenen Traumberuf. Mit Sicherheit war in der einen oder anderen Tüte eine wegweisende Broschüre drin. Damit die Job- Zukunft nicht mehr ganz so ungewiss ist.


Weitere Infos zur Berufe live Rheinland gibt es hier.

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