Karriere: Viele Wege führen nach Rom - oder zum Job

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Als Geisteswissenschaftler in die Wirtschaft? Dass das möglich ist, wurde am vergangenen Donnerstag gezeigt. Zum dritten Mal fand an der Uni Bonn "Perspektive Wirtschaft" statt. Dort konnten sich Interessierte darüber informieren, wie ehemalige Studenten den Jobeinstieg schafften. Organisiert hat die Veranstaltung das Alumni-Netzwerk in Kooperation mit der Deutschen Post World Net.
Die erste Referentin, Britta Sadoun, ist im CSR (Corporate Social Respnsibility)- Bereich tätig. Sie machte ihren Abschluss in Politikwissenschaft und Ethnologie. Danach arbeitete sie zwei Jahre für die UNO in Genf - und fand im Anschluss keinen Job. Sie machte den MBA nach und kam schließlich zur Deutschen Post. Dort betreut sie Projekte, die Themen wie Umwelt und Gesellschaft betreffen. Ihr heutiger Job sei vergleichbar mit ihrer Arbeit bei der UNO. Diese funktioniere im Kern ähnlich wie ein großes Unternehmen. Durch ihre Anstellung in der Zentrale der Deutschen Post World Net seien ihre Gestaltungsmöglichkeiten heute größer.
Die zweite Referentin, Julia Wrocklage, studierte Sozialwissenschaften in Hannover. Während ihrer Studienzeit sammelte sie Erfahrungen in der Wirtschaft durch Praktika und als Werkstudentin. Zur Zeit nimmt sie am Trainee-Programm der Deutschen Post teil. So sammelt sie weitere Erfahrungen im Wirtschaftsleben.
Hat man also als Geisteswissenschaftler nur mit viel wirtschaftlicher Erfahrung Chancen?
Diese Frage verneinte der dritte Referent, Pedro Munoz, deutlich. Er studierte das Nordamerika-Programm in Bonn. Insgesamt hat er dafür 10 Jahre gebraucht, da er viel reiste und sich immer wieder Auszeiten nahm. Anschließend war er als Tauchlehrer tätig. Durch einen glücklichen Zufall bekam er eine Stelle angeboten. Der Chef der DHL in Bonn hatte bei ihm einen Tauchkurs belegt. Zunächst lehnte er ab, hat es sich später aber anders überlegt. Heute ist er in der Konzernkommunikation tätig.
Die Referenten gaben noch einen wertvollen Tipp: Geisteswissenschaftler müssen deutlich machen, welchen Mehrwert sie bringen können. Durch die Arbeit entwickelt sich das Know-How. Mit genug Willen und Eigeninitiative schaffe auch ein Geisteswissenschaftler den Weg in die Wirtschaft.
Wie erbauend.
Autor: Marina Ermes / Foto: Evangelisches Jugendwerk Württemberg / 03.12.2010 | Artikel drucken |