Seit heute liegt in Bonner Mensen die Zeitung zur Wahl des Studierendenparlaments aus. Damit ist offiziell der Wahlkampf eröffnet. Neun Tage vor Beginn der Wahlwoche am 18. Januar gerade noch rechtzeitig, damit die Studierenden ihn auch wahrnehmen können.
Lange hatten sich die zur Wahl stehenden Hochschulgruppen (HSGs) vornehm zurückgehalten. Keine Plakate, keine Flyer, keine Kandidatenlisten. Vorgeprescht ist dann doch noch die in diesem Jahr erstmals zur Wahl stehende „Offene Liste der Bildungsproteste“ (OL:B!). Deren Internetauftritt verweist seit einigen Tagen auf die Wahl und auch Kandidaten präsentieren sich in Wort und Bild. Wenn man so will also ein „Frühstart“ online.Auch wenn einige HSGs nachgezogen sind: Viele scheinen sich auf die Wahlzeitung und Straßenwahlkampf in letzter Minute beschränken zu wollen.
Das Starterfeld verspricht jedoch einiges. Ganze zehn Hochschulgruppen treten an, um die Studierenden der Friedrich-Wilhelms-Universität von sich und ihrem Programm zu überzeugen. Da wären die bereits im noch aktuellen 31. Parlament vertretenen Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS), Juso-HSG Bonn, Unabhängige Liste der Fachschaften (ULF), Liste undogmatischer Studenten (LUST), Die Linke.SDS und die Re(h)-Partei. Daneben stellen die schon erwähnte OL:B!, die Liberale Hochschulgruppe (LHG) und die Piraten Hochschulgruppe Bonn Kandidaten auf. Zurückkehren in die studentische Politik der Uni Bonn will die Grüne Hochschulgruppe (campus: grün), die im letzten Jahr nicht angetreten war.
Die Auswahl an Listen ist im Vergleich zum Vorjahr also wieder gestiegen. Die Möglichkeit für Koalitionen damit auch. Es wird spannend, ob der RCDS seinen Erfolg aus dem Vorjahr wiederholen kann. Zwar unterscheiden sich die HSGs in ihren Zielen und Ansichten, was allerdings einige gemeinsam zu haben scheinen: Die Ablehnung des aktuellen AStA unter dem Vorsitzenden Wolfgang Schoop. Ob es eine Kraft im Feld seiner Gegner gibt, die genug Stimmen sammeln kann, um ihn von seinem Posten zu vertreiben, ist nach den zersplitterten Wahlergebnissen der letzten Jahre fraglich. Ob die gemeinsame Ablehnung der aktuellen Politik ausreicht, um eine „Regenbogenkoalition“ vieler Parteien zu bilden, ebenfalls.
Es warten also spannende Wochen, sowohl vor, als auch nach der Wahl. Einen ersten direkten Schlagabtausch von Spitzenkandidaten der antretenden Parteien gab es bereits bei
Radio 96 Acht, der nächste folgt vor Publikum am kommenden Montag (11. Januar) in der Mensa Nassestraße. Wenn die Studirenden bis dahin bemerkt haben, dass Wahlen ins Haus stehen, bekommen die Kandidaten dort Gelegenheit sie in der Diskussion von sich zu überzeugen – oder wenigstens zur zahlreichen Stimmabgabe zu bewegen. Nach der Wahlbeteiligung des Vorjahres (16,85 %), ein wünschenswerter Effekt.
Weitere Informationen gibt es auf der Seite des
Wahlausschusses.