Was überregional durch abgeordnetenwatch.de schon lange vorhanden ist, soll nun auch in Bonn geschaffen werden: Ein Draht zur Politik per Internetportal. Auf "direktzu Jürgen Nimptsch" stellt sich der erste Bürger der Stadt zur Verfügung und beantwortet den Einwohnern Bonns ihre drängendsten Fragen. Damit auch wirklich nur Fragen beim Oberbürgermeister ankommen, die von allgemeinem Interesse sind, verfügt das Portal über eine Abstimmungsfunktion. Durch diese soll ermittelt werden, auf welche Fragen die meisten Nutzer Antworten erwarten. Drei Fragen, die innerhalb von 14 Tagen Bestwertungen erzielen, werden an Nimptsch weitergeleitet. Die Antworten des Oberbürgermeisters sollen dann wiederum bei "direktzu Jürgen Nimptsch" veröffentlicht werden.

Betreiber des Internetportals ist die Firma Direktzu GmbH, ein Unternehmen, das sich auf die „Many-To-One Kommunikation“ spezialisiert hat. So befindet sich das Bonner Stadtoberhaupt in prominenter Gesellschaft. Unter anderem für die Ministerpräsidenten Horst Seehofer und Matthias Platzeck oder gar die Bundeskanzlerin hat das Unternehmen „direktzu“-Portale erstellt. Neben Jürgen Nimptsch ist mit Christian Ude aus München auch noch ein weiterer Oberbürgermeister auf der Liste.

Im Portal können Fragen einfach per Textbeitrag gestellt werden, doch wem das nicht genügt, darf sich der multimedialen Vielfalt des Internets bedienen. Auch Audiodokumente oder Videos sollen eingereicht werden, durch die dem OB Probleme vor Ort tatsächlich vor Augen und Ohren geführt werden könnten: Ob es nun überlaute Kanalarbeiten direkt vor der Haustür, oder die nächtlichen Pöbeleien im Eingangsbereich der benachbarten Kneipe sind.

Bisher sind allerdings noch keine solchen Perlen der Nörgelei 2.0 eingegangen. Die Fragen kreisen eher um die altbekannten Bonner Themen: „Was wird aus dem Bahnhofsvorplatz?“, „Warum ist der ÖPNV so schlecht?“, „Was wird aus den Bonner Bundesministerien?“ – allesamt Klassiker. Doch ist ein Forum wie "direktzu Jürgen Nimptsch" wahrscheinlich auch eher dazu geeignet Probleme aufzugreifen, die Bonn als Ganzes betreffen. Für die persönlichen Schwierigkeiten gibt es ja immer noch die gute alte Bürgersprechstunde.

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