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Neun Uhr morgens, Besucher strömten in den Plenarsaal des Wasserwerkes. Die Herren in Anzügen, die Damen oftmals in Kostümen und auf hohen Absätzen das Kopfsteinpflaster passierend. Dann ist es soweit: Die Konferenz wird feierlich eröffnet. Ehrwürdige Stille herrscht im Raum, als die Partizipanten willkommen geheißen werden. Vom 30. November bis zum 4.Dezember 2009 kamen insgesamt 160 internationale Studierende aus über 38 Nationen im Plenarsaal des alten Wasserwerkes in Bonn zusammen. Sie waren hier, um die Vereinten Nationen zu simulieren. Jeder der Teilnehmer stellte den Repräsentant eines Landes dar – allerdings nicht seines Heimatlandes. In den sechs Komitees konnten sie sich fruchtvollen Diskussionen widmen und gemeinsam Lösungsvorschläge erzielen. Dabei wurden Aspekte des internationalen Rechts, der Umwelt-, Wirtschafts- und Entwicklungspolitik, Migration, Sicherheits- Gesundheitsfragen oder die Gleichstellung der Geschlechter beleuchtet. Erstmalig erschien in diesem Jahr die von dem Bonner Verein BIMUN/SINUB veranstaltete Model-UN Konferenz in einem neuen Licht. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos „Green Solutions – Inspiring Global Governance“, setzte diese Konferenz ein Zeichen und wurde auf umweltfreundliche Lösungen und Nachhaltigkeit ausgerichtet. Ziel war es, die Umwelt so wenig wie nur möglich zu belasten und eine umweltfreundliche Konferenz zu gestalten. Unvermeidbare Emissionen sollten kompensiert werden. Sämtliche Komitees haben dieses Motto aufgegriffen und nach Lösungen aktueller ökologischer Probleme gesucht. Zur feierlichen Eröffnung am Montag erschienen Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, Matthias Schultze (Geschäftsführer des WCCB), Flavia Pansieri (Exekutiv Koordinatorin der UNV) und Mansour N´Diaye (UNCCD). Kein Geringerer, als der renommierte Klimaforscher Ernst Ulrich von Weizsäcker sprach sich im Hinblick auf den Weltklimagipfel in Kopenhagen für die Wichtigkeit dieser Konferenz aus. Im anschließenden Interview mit campus-web verdeutlichte er seinen Standpunkt noch weiter. Natürlich wurde die anstrengende Arbeit der Teilnehmer als Vertreter der unterschiedlichsten Länder am Tag von einem bunten Rahmenprogramm am Abend begleitet. Neben dem alljährlichen Empfang im Rathaus hatten die Teilnehmer schon vor Beginn der Konferenz die Möglichkeit, bei einer Stadttour Bonn zu entdecken. Zudem konnten sie sich vom Duft des Weihnachtsmarktes verzaubern lassen. Beim Komitee-Dinner durften die Delegierten schließlich die Hüllen der steifen Anzüge und Kostüme ablegen. Der Dialog in unbeschwerter Atmosphäre stand nun im Mittelpunkt. Die Konferenz zeigte nach fünf Tagen harter Arbeit dann ein wegweisendes Ergebnis: Nach einer spannenden Woche voller Austausch, Diskussionen, Impressionen wurde schließlich die “Bonn Youth Declaration on Linking Land, Soil and Biodiversity to Climate Change” verabschiedet. Diese schlägt Maßnahmen vor, um die Kooperation zwischen den drei Rio Konventionen zu stärken. Weiterhin befürwortet sie Schritte, die Mitwirkungsmöglichkeiten Jugendlicher in der Politik zu erhöhen. Beeindruckt von dem Engagement der Studierenden, erhofft sich Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch vor allem auch für die Zukunft weitere Kooperation. Er begrüßte es zudem, dass Bonn die Heimat dieser Konferenz ist. Vom sogenannten „Bonn Spirit“ sprechend, erklärte er, warum gerade die Geburtsstadt Beethovens einen geeigneten Ort für solch eine Übereinkunft darstelle. „Men will be brothers“, zitierte er Beethoven und fügte vielsagend hinzu: „Was soll die UN besser repräsentieren als dieser Satz?“ Nächstes Jahr sollen die Delegierten dann auch hoffentlich im Neubau des World Conference Center begrüßt werden können. Hier kommt ihr zur Homepage der Konferenz.
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