|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
„Es ist wichtig, dass jeder Einzelne von uns etwas tut“, so der Aufruf von Flavia Pansieri, Koordinatorin des United Nations Volunteers (UNV) Programms in Bonn. Pansieri äußerte diese Forderung anlässlich der Bonner UNO-Gespräche, die traditionell am Vorabend zum Tag der Vereinten Nationen am 24. Oktober stattfanden. Auch Jürgen Nimptsch, Bonns frisch gebackener Oberbürgermeister, hatte sich in der Bundeskunsthalle eingefunden und ließ es sich nicht nehmen, bei seinem ersten öffentlichen Auftritt zu erklären, dass die UN-Stadt Bonn weiter Verantwortung übernehmen will, um zum Erreichen der Millenniumsziele beizutragen. Seinen Worten ließ Nimptsch dann auch Taten folgen und unterschrieb tags drauf auf dem Marktplatz die Petition „Seal the Deal“. Die Petition wird im Dezember der Weltklimakonferenz in Kopenhagen vorgelegt und ist eine Forderung der Völker der Welt an ihre Politiker. Ein wirkungsvolles Klimaabkommen soll endlich her. Hauptanliegen sind verbindliche Ziele zur Reduktion von Treibhausgasen bis 2020 sowie die Schaffung von Lebensgrundlagen und Klimagerechtigkeit für alle Menschen weltweit. Ganz im Sinne der Worte der UNV-Koordinatorin und nach dem Vorbild des Oberbürgermeisters hatten alle Bonner die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und die Petition direkt vor Ort zu unterschreiben. Jeder versiegelt seine Unterschrift symbolträchtig mit einem überdimensionalen Stempel: „Copenhagen: Mach den Deal! Für eine grüne Zukunft! Schütze die Erde!“ steht drauf. Na wenn das nicht nach Aktion schreit…! Wer selbst zur Tat schreiten möchte, kann sich online auf der Homepage der Kampagne registrieren. Doch nicht der Dauerbrenner Klimawandel ist diesmal Hauptthema des UN-Tags, sondern das achte Millenniumsziel: Der Aufbau einer weltweiten Entwicklungspartnerschaft. Entgegen der landläufigen Meinung: „Was ich persönlich mache, interessiert doch eh keinen“, ist den Besuchern des UN-Geburtstagsfests ziemlich schnell klar, dass Entwicklungszusammenarbeit nicht nur etwas für Politiker, naive Weltverbesserer oder sozial engagierte Fernwehpatienten ist. In zehn Zelten warten über 25 lokale und internationale Organisationen, Verbände und Institutionen, um über ihre Programme zu informieren. Hier kann jede(r) Einzelne ein Stück Verantwortung übernehmen – vom Zivi bis zum Finanzexperten. Gerade Freiwilligenprogramme wie weltwärts oder kulturweit sind besonders für Studierende interessant, denn die Organisationen zahlen ein Taschengeld und übernehmen Wohnkosten sowie Versicherungen. Auf dem Bonner Marktplatz war zum Tag der Vereinten Nationen eine Bühne errichtet worden, auf der eine kulturelle Reise durch Afrika und Lateinamerika geboten wurde. Doch so richtig Geburtstagslaune macht das typisch rheinisch verregnete Herbstwetter nicht. So blieb die Menge, die sich vor der Bühne versammelt hat, übersichtlich. Umso mehr drängten sich fachlich Interessierte in die Zelte und versuchen, die Veranstaltung als eine Art Job-Messe zu nutzen. Auf einen Ansturm derer, die nicht nur Gummibärchen, Kulis und sonstige Giveaways einsammeln wollen, sondern tatsächlich auch mal das fachliche Gespräch suchen, sind einige Aussteller scheinbar nicht ganz eingestellt. Schon am frühen Nachmittag ist ein Teil der Infobroschüren mit harten Fakten vergriffen. Man habe mit so viel Andrang nicht gerechnet, sagt das Standpersonal beim Auswärtigen Amt und es klingt beinahe wie eine Entschuldigung. Andererseits, so die Mitarbeiter, zeige dies, dass die Bonner sehr aktiv sind und das Angebot der aktiven Beteiligung auch wahrnehmen. Jeder, dem ein Praktikums- oder Auslandsemester bevorsteht, aber auch Absolventen aller Fachrichtungen steht der Weg in den unheimlich spannenden und vielseitigen Tätigkeitsbereich der Entwicklungszusammenarbeit offen. Wichtig ist vor allem die Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Kulturen, Religionen und Lebensweisen. Alle die sich auf diese Weise selbst für eine weltweite Entwicklungspartnerschaft einsetzen wollen, sollten sich unbedingt den 28.11.2009 vormerken. Auf der Fachmesse „ENGAGEMENT WELTWEIT“ in der Beethovenhalle Bonn gibt es nochmals die Möglichkeit, sich bei mehr als 50 Organisationen zu informieren. Anmeldung unter engagement-weltweit.de.
|