Es hatte sich schon angedeutet. Die
Elefantenrunde war ein klarer Sieg nach Punkten für den Vertreter des
RCDS und die Wahlbroschüren waren einfach edler als die der Konkurrenz. Nach Auszählung der Stimmen am Donnerstagabend, steht der Ring Christlich Demokratischer Studenten als klarer Wahlsieger fest. Der Zugewinn von sechs Mandaten, bedeutet eine getrost als historisch zu bezeichnende Marke von 19 Sitzen. Die vom
RCDS im Vorfeld als Wunschpartner für eine Koalition bezeichnete Unabhängige Liste der Fachschaften (
U.L.F. ) verlor zwar zwei Sitze und zieht mit nunmehr 9 Abgeordneten ins neu gewählte Hohe Haus der universitären Demokratie ein – für eine Mehrheit von 28 Stimmen im 51 Sitze fassenden Studierendenparlament reicht es dennoch.
Obwohl keine der linksgerichteten Hochschulgruppen Verluste an Sitzen zu beklagen hatte, mit Ausnahme der
Juso-HSG sogar noch Zugewinne zu verzeichnen hatten, ist die prozentuale Gewichtung dennoch so weit verschoben, dass die im Vorfeld angestrebte Koalition aus
RCDS und
U.L.F. wohl mit einiger Sicherheit zustande kommen wird. Als einer der Wahlsieger darf sich aber auch die
Re(h)-Partei fühlen, denn beide Kandidaten, die sich zur Wahl gestellt haben, ziehen ins 31. Studierendenparlament der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität ein. Die neuen Verhältnisse im SP dürften vor allem dadurch möglich geworden sein, dass sich – nach der Auflösung in mehrere Splittergruppen im Vorjahr – keine Grüne Hochschulgruppe zur Wahl 2009 gestellt hat. Warum die eher nach links orientierten Hochschulgruppen davon nicht mehr profitieren konnten, ist eine Frage, mit der sich diese in den kommenden Monaten beschäftigen werden müssen.
Die letzte AStA-Beteiligung des
RCDS an der Uni Bonn datiert aus dem Jahre 1983. Damals koalierte man mit einer Protestgruppe, die sich jedoch bald wieder aus dem Bündnis verabschiedete. Ein Misstrauensvotum beendete dieses Kapitel nach nur wenigen Monaten . Ob die
U.L.F. sich als der verlässliche Partner erweisen wird, den sich der
RCDS wünscht, bleibt abzuwarten. Fürs erste kann aber festgestellt werden, dass der Weg zu einem mehrheitlich konservativen AStA geebnet ist. Eine Tatsache, die an deutschen Hochschulen eher Seltenheitswert hat.
Die nackten Zahlen:
RCDS:
19 Sitze / Vorjahr:
13
Jusos:
13 Sitze / Vorjahr:
13
U.L.F.:
9 Sitze / Vorjahr:
11
LUST:
5 Sitze / Vorjahr:
4
Die Linke.SDS:
3 Sitze / Vorjahr:
2
Re(h)-Partei:
2 Sitze / Vorjahr:
1