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Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Dr. Shirin Ebadi ist zweite Trägerin des Internationalen Demokratiepreises Bonn. Beim Festakt im ehemaligen Ballhaus La Redoute in Bonn-Bad Godesberg überreichte ihr der Vorsitzende des gleichnamigen Vereins, Deutsche Welle-Intendant Erik Bettermann, am Donnerstag (20. Mai) die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung. Die Laudatio hielt vor 250 geladenen Gästen der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer (MdB). In seiner Rede zur Verleihung sagte der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, Shirin Ebadi reihe sich ein in die Schar mutiger Menschen, „die Verantwortung für die Gesellschaft übernommen haben, die für Demokratie und Freiheit in ihrem Land und in der Welt kämpfen und gekämpft haben". Er wünschte der Preisträgerin, dass der Preis sie in ihrem Wirken bestärkt. Nimptsch erinnerte daran, dass der Name Bonn untrennbar verbunden ist mit der Entwicklung von Demokratie und Freiheit in der Bundesrepublik Deutschland. Hier wurde vor mehr als 60 Jahren das Grundgesetz erarbeitet und verabschiedet, in dessen erstem Artikel sich das deutsche Volk zu „unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten" bekennt. Staatsminister Hoyer hob in seiner Laudatio hervor: "Mir imponiert Ihre Entschlossenheit, für die Frauen und Kinder, aber auch die Männer in ihrem Land einzustehen. Mir imponiert Ihr Mut, nie aufzugeben, wenn man Ihnen Steine in den Weg legt. Wie verständlich wäre es, wenn Sie angesichts all der Schwierigkeiten, die man Ihnen nicht erspart hat, verbittert aufgegeben hätten. Aber Sie haben nie zugelassen, dass aus Querschlägen Rückschläge wurden. Dafür möchte ich Ihnen danken." NRW-Integrationsminister Armin Laschet sagte bei dem feierlichen Essen zu Ehren der Preisträgerin, Shirin Ebadi mache deutlich, "dass der Iran mehr ist und mehr sein kann als ein autokratisches Herrschaftssystem, mehr als ein Land, in dem Unfreiheit und Unterdrückung herrschen". "Shirin Ebadi kämpft seit vielen Jahren unerschrocken dafür, dass im Iran die verfassungsrechtlich verbürgten Rechte auch tatsächlich eingehalten werden, insbesondere die Rechte von Frauen und Kindern", begründete Erik Bettermann die Entscheidung der Jury. Der Internationale Demokratiepreis Bonn wurde erst zum zweiten Mal verliehen. Erster Preisträger war 2009 der frühere tschechische Präsident Vaclav Havel. Ausgezeichnet wird eine natürliche oder juristische Person, die sich um Demokratisierung und Menschenrechte in ihrem Land in herausragender Weise verdient gemacht hat. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert. Er will eine Brücke zwischen den erfolgreichen Erfahrungen der Bundesrepublik Deutschland und internationalen Entwicklung der Demokratisierung schlagen. Weitere Informationen unter demokratiepreis.de.
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