Politik ist ein Fulltime-Job. Das sieht auch Eike Block so. Der gebürtige Bonner ist Grünenpolitiker und Student. Er tritt in der Landtagswahl als Direktkandidat für den Wahlkreis Bonn I (Innenstadt und Beuel) an und steht auf Position 24 der Landesliste der Grünen. Nebenbei studiert er Betriebswirtschaft in der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg.

Dass man beides nicht so einfach unter einen Hut bekommt, gibt er selbst zu. „Mein Studium liegt brach“, so der junge Politiker. Vor allem sein Tagesrhythmus sei durch die vielen Abendveranstaltungen der Politik durcheinandergeraten. Hinzu kommt, dass er viele Veranstaltungen der Grünen selbst organisiert. „Ich habe kein großes Team im Rücken wie die großen Parteien“.

Wahlveranstaltungen wie öffentliche Diskussionen und Reden gehören vor allem zur heißen Phase des Wahlkampfes. Die ersten Vorüberlegungen trifft man schon viel früher. „Ein Jahr vor der Wahl beginnen die ersten Arbeitsschritte“, weiß der Grünenpolitiker. Die Auswahl von Konzepten und Wahlthemen, das Schreiben von Reden und Texten, all das muss vorbereitet und ausformuliert werden.

Aufgrund der Landtagswahl in diesem und der vielen Wahlen im letzten Jahr hat Eike Block schon einiges an Arbeit hinter sich. Bereits 2008 liefen die ersten Vorbereitungen an. Deswegen sei er nun froh, dass der Wahlkampf sich langsam dem Ende zuneigt: „Die Akkus sind leer.“ Trotzdem ist er „sehr aufgeregt“, da der Wahlausgang noch vollkommen offen sei.

In das politische Leben eingestiegen ist der gelernte Verlagskaufmann im Jahr 2002. Damals sollte Edmund Stoiber Kanzler werden und diese „Schreckensszenario“ habe ihn motiviert. 2004 sammelte er erste Erfahrungen im Kulturausschuss der Stadt Bonn. Vier Jahre später wurde er zum Sprecher der Grünen Jugend NRW gewählt.

Dieses Jahr will er in den Landtag. Dort würde er sich dann besonders im Bildungsbereich „tummeln“ und sich im Bereich der Ausbildungs-/Studienplätze starkmachen. Wichtige Punkte auf seiner To-Do-Liste sind die Abschaffung der Studiengebühren und der Anwesenheitspflicht in der Uni sowie Veränderungen bei der Umsetzung der Bologna-Reform. Um solche Pläne zu verwirklichen, bedarf es jedoch eines Koalitionspartners. Auch hierzu hat der junge Mann, dessen Markenzeichen Kapuzenjacken sind, eine Meinung. „Jamaica ist ein No-Go“, sagt er und auch mit der CDU müsse man erst einmal „sondieren“. Seine Wunschkoalition ist die offiziell favorisierte: Rot-Grün. Eine Minderheitsregierung mit Erlaubnis der Linken sei kein Thema. Dennoch solle man die Linke „nicht in die Schmuddelecke drängen“.

Diese Farbspielchen sind jedoch reine Spekulation, solange das Ergebnis noch nicht feststeht. Dieses lässt sich an den letzten Tagen des Wahlkampfs noch stark beeinflussen. 72 Stunden vor Öffnung der Wahllokale beginnt die intensivste Phase des Stimmenfangs. Auch Eike Block hat einen vollgestopften Terminkalender. So steht noch ein Interview mit einem Radiosender an, sowie die Aktion „3 Tage wach“, bei der die Grünen rund um die Uhr Fragen zu ihren Wahlthemen beantworten. Schlafen wird er die kommenden Tage kaum. Doch dafür sei er auch „viel zu aufgeregt“. Politik ist eben doch ein Fulltime-Job.


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