Am 24. November 2004 gab der Bundestag grnes Licht fr eine Frauenquote in der Bundeswehr. Am 1. Januar 2005 trat dann das sogenannte Soldatinnen- und Soldatengleichstellungdurchsetzungssgesetz (SDGleiG) in Kraft.

"Soldatinnen sind dann als unterreprsentiert anzusehen, wenn ihr Anteil [] in allen Laufbahnen mit Ausnahme der Laufbahn des Sanittsdienstes unter 15 Prozent, in der Laufbahn des Sanittsdienstes unter 50 Prozent liegt." So lautet das Gesetz. Das heit: In allen Teilstreitkrften, in allen Laufbahnen mu der Frauenanteil bei mindestens 15% liegen. Im Sanittsdienst sogar bei mindestens 50%. Kann die Bundeswehr das nicht garantieren, ist das Benachteiligung aufgrund des Geschlechtes. Und das ist verboten.

Seit das Lex in Kraft trat, wurde also auch die Bundeswehr ein Musterbeispiel fr Gleichberechtigung im Staate. Zumindest auf dem Papier. Und seitdem hat darber niemand mehr so richtig geredet. Letztlich befand es die ffentlichkeit als gut, da auch Frauen Dienst an der Waffe tun drfen. Bis auf die Wehrdienstleistenden natrlich: das Gesetz ist ihnen wie ein Schlag ins Gesicht. Aber das hat angeblich nur mit der Wehrpflicht als solcher zu tun. Und da nun auch die ausgesetzt werden soll, kommt sich nichts mehr ins Gehege. In der Truppe hat man sich an den Anblick weiblicher Soldaten gewhnt. Der Tagesdienst in Deutschlands Kasernen luft weiter wie gewohnt.

Die Welt auerhalb der Kasernen hat sich allerdings verndert. Seit 2004 muss die Bundeswehr ihre Leistungsfhigkeit mehr und mehr im Ausland unter Beweis stellen. Und dort herrscht zunehmend der Ernstfall. Die Armee offenbart hier Defizite. Angesichts globaler Entwicklungen und wachsender Forderungen der NATO mu sie deshalb aufgerstet werden. Das kostet Geld, welches nicht da ist. Ein Problem, das mit Verkleinerung gelst werden soll. Kosten sollen gespart, zugleich soll die Leistungsfhigkeit erhht werden.

Leistungsfhigkeit bedeutet fr eine Armee Leistungsstrke. Und das nicht nur in technischer, sondern immer noch primr in physischer Hinsicht. Der Krieg in Afghanistan besttigt das Tag fr Tag. Auch fr eine Armee gilt: Sie ist nur so stark wie ihre schwchsten Glieder. Dank dem Soldatinnen- und Soldatengleichstellungsdurchsetzungsgesetz ist der Anteil der schwchsten Glieder vorgegeben. Denn es braucht nicht erst eine Gegenberstellung von weiblichen und mnnlichen Olympioniken derselben Disziplin, um festzustellen, da Frauen physisch nicht so leistungsstark sind wie Mnner. Deswegen werden nur wenige Frauen Panzergrenadier, und noch weniger Kampfschwimmer. Daran wird das Soldatinnen- und Soldatengleichstellungsdurchsetzungsgesetz auch in Zukunft nichts ndern. Und das macht, bei Lichte betrachtet, das Gesetz zur Farce.

Denn die Armee kann schwerlich weiblichen Kampfschwimmern eine niedrigere Melatte vorlegen als mnnlichen. Das geht nicht. Kampfschwimmer ist nmlich Kampfschwimmer. Ein Torpedorohr ist nicht charmant, Wellen sind keine Gentlemen, MG-Salven und Schiffsschrauben erst recht nicht. Und es ist ja nur gut, wenn eine Armee all ihren Soldaten viel abverlangt. Sie ist nmlich desto strker, je mehr Hochleistungstrger in ihren Reihen stehen. Deswegen verlangt sie mit Recht von allen ein hohes Leistungsniveau. Das aber erreichen Mnner eher als Frauen. Folgerichtig wird die Zahl der weiblichen Soldaten gerade in den Kampftruppen gering bleiben.

Eine Frauenquote fr Streitkrfte geht demnach vollkommen an deren Realitt vorbei. Sie ist hier wie das bockige Aufstampfen des verzogenen Blagen im Supermarkt. Wer eine Frauenquote fr Streitkrfte verlangt, brllt laut: "Will aber!" Dem nachzugeben ist zunchst einmal peinlich. In strategischer Hinsicht ist es dazu auch noch riskant. Denn eine Frauenquote fr alle Bereiche einer Armee einzufhren heit, diese Armee in allen Bereichen zu schwchen. Es bedeutet sogar, diese Schwche zu verordnen und ihren Grad auch noch per Gesetz festzulegen. Er ist damit berechenbar. Und die schwchsten Glieder dieser Armee werden unter dieser Berechenbarkeit als erste zu leiden haben, wenn sie auf einen wachen Gegner treffen, der gengend Entfernung zu Genfer Konventionen und "westlichen" Werten besitzt.

Um das zu vermeiden, und um gleichzeitig die Leistungsfhigkeit der Armee auf dem ihr hchstmglichen Niveau zu halten, gibt es zwei Mglichkeiten: Die erste ist, die Frauenquote so schnell wie mglich zu vergessen. Die zweite ist, die quotengesttzte Gleichberechtigung nur bis zu einer bestimmten Grenze zu vollziehen. Genau diese Option hat die Bundesregierung 2004 gewhlt.

Soldatinnen- und Soldatengleichstellungsdurchsetzungsgesetz 3, Absatz 4 : "Dieses Gesetz ist im Spannungs- und Verteidigungsfall nicht anwendbar." Die Begrndung im Entwurf lautet dazu: "Die Funktionsfhigkeit der Streitkrfte muss sichergestellt sein und darf durch die Anwendung des Gesetzes nicht beeintrchtigt werden. Deshalb ruht das Gesetz im Spannungs- und Verteidigungsfall, um die Auftragserfllung durch die Streitkrfte nicht zu gefhrden."
Und laut 3, Absatz 5 gilt das Gesetz auch "im Rahmen von besonderen Auslandsverwendungen [] es sei denn, das Bundesministerium der Verteidigung erklrt es im Einzelfall zur Gewhrleistung der Sicherheit oder Einsatzbereitschaft der eingesetzten Truppen fr nicht oder nur eingeschrnkt anwendbar". Dem ist nichts mehr hinzuzufgen.

Die Grenze fr Gleichberechtigung in den deutschen Streitkrften ist offiziell also dann berschritten, wenn es ernst wird; wenn die Umstnde die grtmgliche Leistungsstrke bedingungslos fordern wenn es ans Sterben geht. Dann erhalten die mnnlichen Soldaten unverhohlen den Vorzug vor ihren Kameradinnen. Das verordnete und gleichwohl erkannte Leistungsdefizit der genderkorrekten Armee wrde ihr sonst zur Falle.
Das ist auf gut deutsch bescheuert. Und hat berdies nichts mehr mit Gleichberechtigung zu tun. Es ist vielmehr die legale Etablierung von Sexismus. Und zwar in seiner zynischsten und menschenverachtendsten Form.

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