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Über die Gründe von Horst Köhlers Rücktritt rümpfte das Land gerade noch die Nase, da gibt es schon einen Nachfolger, pardon: ein Nachfolgerin. Ursula von der Leyen strahlt von den Titelseiten. Laut Medienberichten ist sie der heißeste Kandidat, pardon: Kandidatin. Ist die Zeit also wirklich reif für ein weibliches Staatsoberhaupt? Eine Kanzlerin und eine Präsidentin – da setzt Deutschland aber mal ein Zeichen für die Welt... Also hat reiner „Gleichberechtigungsdrang“ zu einer Kandidatin geführt. Das möchte man fast meinen, denn so schnell war noch nie ein Rücktritt scheinbar komplett verdrängt worden. Einerseits ist Tempo nun wünschenswert, andererseits aber sollte doch nach Horst Köhler die Linie vielleicht doch gewahrt bleiben, damit wenigstens in einem Punkt ein bisschen Stabilität im Lande ist. Oder ist es am Ende wirklich nur Zufall? Geht es am Ende gar nicht um das „feministische Signal“? Das ist schwer zu glauben. Uns „Bundeshotte“ ist ja nun weg. Und wir haben ihn dann doch gemocht. Auch und gerade deswegen, weil er sich so richtig mit Herz und Seele reingekniet hat. Das imponierte. Und das machte ihn glaubwürdig. Dass er sich sein Amt so zu Herzen nahm, dass er es am Ende sogar aus freien Stücken und höchst „unpolitischen“ Gründen niederlegte, sollte auch imponieren. Der Mann hat es eben ernst gemeint mit dem Bundespräsident-Sein. Der Abschied schmerzt die Koalition und schockiert die Bürger. Pardon: Bürgerinnen und Bürger. Jetzt bräuchten wir schnell einen Neuen, zu dem wir auch ein wenig aufblicken können. Und sei das nur aus dem Grunde, weil wir ihn für voll nehmen, weil wir merken, dass er es auch und vielleicht sogar „erst recht“ ernst meint. Wir brauchen einen, auf den wir genauso mit Sympathie wie mit Respekt blicken konnten wie auf Horst Köhler. Denn das wäre jetzt etwas, woran man sich ein wenig festhalten kann. Wir brauchen also fast so etwas wie eine starke Vaterfigur. Ja! Die täte uns gut! Gerade jetzt! Ursula von der Leyen ist da mit Sicherheit... eine starke Mutter. Aber das soll jetzt dasselbe sein...? Die Bürgerinnen mögen jubeln. Aber die Bürger im Lande, ob Frau oder Mann, werden bestenfalls wohlwollend nicken. Denn das Ganze sieht doch zu sehr nach Schachzug aus, nach ganz abgekarteter Sache. War es vor der letzten Präsidentenwahl noch die SPD, die mal den Historischen raushängen lassen wollte durch ihre wiederaufgestellte Präsidentschaftskandidatin, kommt jetzt auf einmal Schwarz-Gelb mit einer zweiten Frontfrau daher. Aber zu was soll das gut sein? Wir möchten das nicht! Wir wollen keine Power-Mutter als mahnende Instanz à la Horst Köhler! Wir wollen keine Super-Vorzeige-Frau an der Spitze unseres Staates, die uns und das Parlament in regelmäßigen Abständen ein wenig in die Seite knufft. Wir wollen keine Frau Präsidentin, nur weil da jetzt die „Zeit reif“ ist! Und erst recht wollen wir keine, wenn sie nur deswegen eine ist, weil „die anderen“ es vorher mit ihrer Frau nicht geschafft haben! Es geht ohnehin schon genug daneben, da sollten uns die lieben Abgeordneten nicht noch das letzte bisschen Glaubwürdigkeit nehmen, das die Bundesrepublik in Form des Bundespräsidentenamtes bis vor kurzem noch hatte! Keine gendergerechten Experimente! Keine Retourkutschen, die uns mütterlich-beschwichtigende Worte oder mühsame Analysen im eleganten Kostüm bescheren. Wir wollen einen, der es mit Haut und Haaren ernst meint, und dem man das auch ansieht! Einer, der väterlich Backpfeifen verteilt und mit dem Zeigefinger wedeln kann, wenn es sein muss! Einer mit dem Mut zur Lücke, ohne dabei direkt als „übermenschlich mutig, weil weiblich-mutig!“ ausgezeichnet zu werden! Einen richtigen Herrn Bundespräsidenten wollen wir eben. Gerne auch herb-männlich. Tut uns leid, Frau Ministerin. Aber es ist einfach nicht dasselbe...
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