Nicht erst seit Tom Cruise und seiner Operation Walküre weiß man: Widerstand gegen die Nazis boomt im Kino. Ob historisch korrekt (Die Fälscher), eher kreativ im Umgang mit den Fakten (besagter Cruise-Film) oder völlig abgedreht (Inglorious Basterds), die Nazis taugen weiterhin als absoluter Bösewicht, den zu bekämpfen jeden Filmprotagonisten sympathisch macht.
Doch schon in der ermüdenden Feuilleton-Debatte um Walküre wurde eine Gefahr dieses Trends offenbar: Deutsche in deutschen Widerstandsfilmen neigen dazu, sich und ihr Land durch diese Inszenierungen in gewissem Maße reinzuwaschen. Seht her, es waren nicht alle böse im "Dritten Reich".

Anders sieht es da bei Max Manus aus, dessen Lebensverfilmung nun in Deutschland in die Kinos kommt. Manus war ein Norweger, der über die gesamte norwegische Besatzung hinweg gegen die Deutschen kämpfte, ob militärisch oder im Untergrund. Heutzutage würde man ihn auf Gegnerseite einen "Terroristen" nennen, im Rückblick aber ist er einer der spannendsten Freiheitskämpfer seiner Zeit. Mit unbändigem Willen, Geschick und unermüdlichem Eifer schaffte er es als Kopf der sogenannten "Oslo-Bande", zahlreiche deutsche Militärschiffe zu sabotieren und so entscheidend in den Kriegsverlauf in Skandinavien einzugreifen.
Max Manus
(Max Manus) NOR/DK/D 2008

Verleih: Capelight
Genre: Drama
Filmlaufzeit: 118 Minuten
Regie: Joachim Ronning, Espen Sandberg
Darsteller: Aksel Hennie, Agnes Kittelsen,
Nicolai Cleve Broch, Ken Duken, Christian
Rubeck, Knut Joner
Kinostart: 11.02.2010


55 Millionen norwegische Kronen hat der Film Max Manus gekostet, so viel wie noch kein norwegischer Film zuvor. Doch die Investition sollte sich lohnen, der Film brach alle Rekorde. Gleichzeitig löste er in Norwegen eine Debatte über den norwegischen Widerstand aus, die noch längst nicht abgeschlossen ist.

Max Manus ist ein Action-Film geworden, der natürlich nicht sonderlich kritisch mit seiner Hauptfigur umgeht – immerhin war man auf Mitarbeit und guten Willen seiner noch lebenden Frau und eines seiner Gefährten angewiesen. Dennoch dürfte die spannend erzählte Geschichte auch für Nicht-Norweger zu einem unterhaltsamen Kinoabend führen, der eine bislang nahezu unbekannte Geschichte über Widerstand im 2. Weltkrieg zeigt. Dass mit Ken Duken auch noch ein Deutscher dem bösen SS-Hauptmann sein Gesicht gibt, dürfte dazu führen, dass Max Manus auch in Deutschland ein kleiner Erfolg wird.




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